Iran beginnt mit Produktion von Uranmetall

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Iranische Atomanlage in Isfahan

Der Iran hat mit der Produktion von Uranmetall begonnen und damit erneut gegen das internationale Atomabkommen von 2015 verstoßen. 3,6 Gramm Uranmetall seien in der Atomanlage in Isfahan "verifiziert" worden, hieß es in einer Erklärung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) am Mittwoch. Uranmetall kann zivil und zur Herstellung von Atomwaffen verwendet werden.

IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi informierte die Unterzeichner-Staaten des Atomabkommens über die neue Entwicklung. Laut Teheran ziele die Uranmetall-Produktion auf die "Herstellung von Brennstoff" im Rahmen von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten ab.

Das Atomabkommen von 2015 soll den Iran am Bau von Atomwaffen hindern und unterwirft dessen Nuklearprogramm internationaler Kontrolle. Im Gegenzug waren die internationalen und nationalen Sanktionen gegen das Land aufgehoben worden.

Allerdings zieht sich der Iran seit einiger Zeit schrittweise aus dem internationalen Atomabkommen zurück. Teheran reagiert damit auf den einseitigen Ausstieg der USA aus der Vereinbarung 2018 und die Wiedereinführung und Verschärfung von US-Wirtschaftssanktionen unter Ex-Präsident Donald Trump.

Trumps Nachfolger Joe Biden hat grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, die USA dem Atomabkommen wieder beitreten zu lassen. Allerdings sind sich Washington und Teheran uneins, wer den ersten Schritt machen und unter welchen Bedingungen dies geschehen soll.

mkü/jes