Iran beginnt nach Flugzeug-Abschuss mit Entschädigungszahlungen an Hinterbliebene

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Trümmerteil der abgeschossenen Maschine (AFP/STR)

Zwei Jahre nach dem versehentlichen Abschuss eines ukrainischen Passagierflugzeugs hat der Iran mit der Entschädigung der Angehörigen von Opfern begonnen. Das Verkehrsministerium habe "gemäß den geltenden Vorschriften Zahlungen an eine Reihe von Familien geleistet", teilte das Außenministerium in Teheran am Freitag mit. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf einen Vertreter der Luftfahrtbehörde berichtete, wurde "die Summe von 150.000 US-Dollar (rund 132.000 Euro) an einige Familien ausgezahlt".

Für weitere Familien wurden demnach Zahlungen eingeleitet. Die Entschädigung hindere die Hinterbliebenen nicht daran, den Fall weiter vor Gericht zu verfolgen.

Im Dezember 2020 hatte Teheran den Hinterbliebenen der Todesopfer Entschädigungszahlungen von jeweils 150.000 Dollar angeboten. Das Angebot war von Kanada und der Ukraine scharf kritisiert worden. Ein kanadisches Gericht sprach den Angehörigen am Montag eine Entschädigung in Millionenhöhe zu.

Bei dem Unglück am 8. Januar 2020 waren alle 176 Menschen an Bord der ukrainischen Maschine ums Leben gekommen, darunter 85 Kanadier oder Menschen mit ständigem Wohnsitz in Kanada. Nach tagelangem Leugnen räumte der Iran seine Verantwortung ein. Die iranischen Revolutionsgarden gaben an, die Maschine kurz nach ihrem Abflug von Teheran versehentlich abgeschossen zu haben.

Der Iran hatte kurz vor dem Unglück mit Raketenangriffen auf US-Stützpunkte im Irak auf die Tötung des iranischen Generals Kassem Soleimani durch die USA geantwortet. Die iranische Raketenabwehr befand sich deshalb wegen befürchteter Gegenangriffe in Alarmbereitschaft. Ein Untersuchungsbericht der iranischen zivilen Luftfahrtorganisation CAO machte ein falsch ausgerichtetes Radarsystem der Flugabwehr für den Abschuss verantwortlich.

gap/ck

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