Irakischer Regierungschef verkündet endgültigen Sieg über IS in Mossul

Al-Abadi, umringt von Truppen, in Mossul

Rund acht Monate nach dem Beginn einer Großoffensive hat der irakische Regierungschef Haider al-Abadi den endgültigen Sieg über die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Mossul verkündet. "Unser Sieg ist ein Sieg über die Finsternis, über Brutalität und Terrorismus", sagte al-Abadi am Montag bei einem Besuch in der nordirakischen Stadt. US-Präsident Donald Trump gratulierte der irakischen Regierung zur Befreiung der einstigen IS-Hochburg.

"Ich verkünde heute der ganze Welt, dass der legendenumwobene terroristische Staat gescheitert und zusammengebrochen ist", sagte al-Abadi, der in schwarzer Militäruniform und mit einer schwarzen Kappe im Westen Mossuls auftrat.

Der Kommandeur der Anti-IS-Koalition, US-General Stephen Townsend, sprach zwar ebenfalls von einem "entscheidenden Schlag" gegen die Dschihadisten. Die IS-Miliz zhabne eine ihrer beiden "Hauptstädte eingebüßt. Er stünden aber weitere "harte" Kämpfe gegen die Extremisten bevor. Die USA unterstützen auch im benachbarten Syrien eine Militärkoalition, die den IS aus der dortigen Hochburg Raka vertreibt.

US-Präsident Trump gratulierte al-Abadi zu dem "Sieg". Dieser Erfolg signalisiere, dass die Tage des IS im Irak und in Syrien "gezählt" seien, erklärte Trump in Washington. US-Außenminister Rex Tillerson bezeichnete seinerseits die Rückeroberung der zweitgrößten irakischen Stadt als "Meilenstein im globalen Kampf" gegen die Dschihadistenmiliz.

Der IS hatte Mossul 2014 überrannt. Die Dschihadisten riefen in den von ihnen eroberten Gebieten im Irak und in Syrien ein "Kalifat" aus. Die irakischen Truppen begannen dann im Oktober mit der Rückeroberung von Mossul.

Al-Abadis Büro hatte bereits am Sonntag den Sieg über den IS in Mossul verkündet. Danach gab es in einem kleinen Gebiet der Stadt aber weiter erbitterte Gefechte mit IS-Kämpfern. Am Montag sagte General Sami al-Aridhi von der Anti-Terror-Einheit CTS, in der Altstadt von Mossul gebe es noch immer ein 200 mal 100 Meter großes Areal, in dem sich Dschihadisten verbarrikadiert hätten. "Sie wollen einfach nicht aufgeben", sagte der General.

Während der monatelangen Kämpfe um Mossul verzeichneten die Hilfsorganisationen enorme Schäden. Tausende Menschen wurden getötet oder verletzt, ein Großteil der Stadt liegt nunmehr in Schutt und Asche, nahezu 920.000 Zivilisten ergriffen die Flucht.

Ein Bündnis von 28 Hilfsorganisationen forderte, die Zivilisten sollten vorerst nicht dazu bewegt werden, in die Stadt zurückzukehren. Dies sei wegen Explosionsgefahren nicht wünschenswert, auch müsse zunächst die Versorgung mit Wasser und Strom wieder hergestellt werden.