Irakische Armee startet nach Ermordung von IS-Geiseln Rachefeldzug

Irakische Armee

Nach der Ermordung von acht Geiseln durch die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat die irakische Armee am Mittwoch einen Rachefeldzug gegen die Islamistengruppe gestartet. Der Einsatz "Rache für die Märtyrer" richte sich gegen IS-Zellen in der Region östlich der Straße zwischen Dijala und Kirkuk im Landesinneren, teilte das Gemeinsame Einsatzkommando der irakischen Armee mit.

Außer irakischen Soldaten seien auch Spezialkräfte, Polizisten, kurdische Peschmerga-Kämpfer sowie Mitglieder der paramilitärischen Gruppe Hasched al-Schaabi beteiligt, führte die Armee aus. Die Einsätze am Boden würden von der irakischen Luftwaffe und der US-geführten Koalition gegen den IS unterstützt. Ein Dschhihadist sei bereits getötet worden, acht weitere wurden laut Einsatzkommando gefangen genommen. Überdies sei Ausrüstung der Dschihadisten wie Fahrzeuge und Sprengsätze zerstört.

Vor einer Woche waren die Leichen der acht getöteten IS-Geiseln an einer Straße nördlich von Bagdad gefunden worden. Sechs von ihnen waren zuvor in einem Video zu sehen gewesen, in dem der IS drohte, die Geiseln zu töten, wenn die irakische Regierung nicht alle inhaftierten Anhängerinnen des IS freilasse. Den Behörden zufolge waren die Gefangenen bereits tot, als das Video veröffentlicht wurde.

Der Tod der Geiseln hatte im Land große Empörung ausgelöst. Als Vergeltung ließ der irakische Regierungschef Haider al-Abadi einen Tag nach dem Fund der Leichen 13 zum Tode verurteilte Dschihadisten hinrichten.

Die irakische Regierung hatte im Dezember ihren Sieg über den IS erklärt, nachdem ihre Truppen die Dschihadistenmiliz aus allen größeren Städten des Landes vertrieben hatten. In entlegeneren Gegenden des Landes sind IS-Kämpfer aber immer noch präsent und starten von dort aus Angriffe.

Bei der nun begonnenen Offensive arbeiten erstmals wieder die irakische Armee und die Peschmerga zusammen, seit sie nach dem umstrittenen Unabhängigkeitsreferendum in Iraks autonomer Kurdenregion im September gegeneinander gekämpft hatten.