Iraker wegen Bombe in der Londoner U-Bahn zu lebenslänglicher Haft verurteilt

Der Attentäter von London, Ahmed Hassan

Ein 18-jähriger irakischer Asylbewerber ist am Freitag wegen eines Anschlags in der Londoner U-Bahn zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ahmed Hassan habe mit seiner selbstgebauten Bombe so viele Briten wie möglich töten wollen, erklärte Richter Charles Haddon-Cave vom Zentralen Strafgerichtshof Old Bailey in London.

Er sei überzeugt, dass es sich bei der Tat vom 15. September vergangenen Jahres um einen "Terrorakt" gehandelt habe, der eine "politische, religiöse, ideologische oder rassische Agenda voranbringen" sollte, erklärte der Richter. Er nannte Hassan einen "gefährlichen und verschlagenen" Menschen. Der Angeklagte war bereits vor einer Woche des Mordes schuldig gesprochen worden, das jetzt verkündete Strafmaß bedeutet für ihn mindestens 34 Jahre hinter Gittern.

Bei dem Anschlag in der U-Bahn-Station Parsons Green waren während der Hauptverkehrszeit 30 Menschen verletzt worden. Der Sprengsatz, der zahlreiche Messer und Schrauben enthielt, war nur teilweise explodiert. Hassan wurde einen Tag nach dem Anschlag am Hafen von Dover gefasst. Vor dem Attentat studierte er am Brooklands College südwestlich von London Medien und Fotografie.

Der 18-Jährige sagte vor Gericht, er habe niemanden verletzen wollen. Er sei "gelangweilt und gestresst" gewesen. Zudem habe er sich vor dem sogenannten Islamischen Staat (IS) gefürchtet, der ihn im Irak entführt und ihm das Töten beigebracht habe. Der IS hatte den Anschlag für sich beansprucht.