Irak wählt neues Parlament

Im Irak wird an diesem Samstag ein neues Parlament gewählt. Es sind die ersten Wahlen dieser Art nach dem Sieg der Armee gegen die Terrormiliz Islamischer Staat.

Iraks Ministerpräsident Haider al-Abadi rief nach seiner eigenen Stimmabgabe in Bagdad das Volk zu einer hohen Wahlbeteiligung auf. Die war in den ersten Stunden nämlich eher zurückhaltend.

Über 24 Millionen Iraker sind wahlberechtigt und stimmen über die 329 Sitze im Parlament ab. Etwa 7000 Kandidaten bewerben sich um die Plätze. Es gilt als unwahrscheinlich, dass ein einziges Wahlbündnis genug Stimmen erhält, um alleine eine Regierung bilden zu können.

Um Betrug einzudämmen, wird die Wahl - die vierte seit dem Sturz Saddam Husseins durch die USA 2003 - zum ersten Mal elektronisch durchgeführt.

Die Wahlen finden unter einem großen Sicherheitsaufgebot statt, da der IS mit Anschlägen gedroht hat. Noch immer verstecken sich vereinzelte Terrorzellen im Irak.

Der Wiederaufbau des Landes nach dem langen Kampf gegen die Extremisten geht nur schleppend voran. Viele Gebiete liegen noch in Schutt und Asche. Laut UN sind noch immer etwa zwei Millionen Menschen vertrieben. Zudem sind Armut, Obdach- und Arbeitslosigkeit drängende Probleme.

Eine große Herausforderung ist auch, Stabilität ins Land zu bringen. Zwischen den drei ethnischen und religiösen Hauptgruppen - den Kurden, Sunniten und Schiiten, die den größten Teil der Bevölkerung stellen - bestehen seit Jahrzehnten tiefe Gräben.