IPO: Gleich zwei Börsengänge in London geplatzt

dpa-AFX

LONDON (dpa-AFX) - In London sind gleich zwei Börsengänge wegen ungünstiger Marktbedingungen geplatzt. Darunter befindet sich auch eine geplante Milliardentransaktion. Sowohl der Kommunikationsausrüster Arqiva sowie der Lebensmittelanbieter Bakkavor sagten am Freitag ihren Börsengang ab, wie die Unternehmen mitteilten. Arqiva, das Infrastruktur für die Kommunikation bereitstellt, wollte an der Börse rund 1,5 Milliarden Britische Pfund (knapp 1,7 Milliarden Euro) einsammeln - es wäre der größte Börsengang eines britischen Unternehmens in diesem Jahr gewesen.

Beide Unternehmen begründeten die Absage mit schwierigen Marktbedingungen. Eine Notierung sei derzeit nicht im besten Interesse der Firma und ihren Aktionären, teilte Arqiva mit. Der Konzern schloss einen neuen Anlauf in einem besseren Umfeld nicht aus. Auch Bakkavor nannte die aktuelle Volatilität des Marktes für Börsengänge als Grund für die Absage. Nachfrage nach den Papieren sei ausreichend vorhanden gewesen.

Der IPO-Markt in London gehört zu den geschäftigsten in diesem Jahr - bislang sind Börsengänge mit einem Volumen von rund 10 Milliarden US-Dollar abgewickelt worden. Kein Börsenplatz in Europa hat mehr Unternehmen an den Markt gebracht, was laut Beobachtern womöglich zu einer Übersättigung der Investoren geführt hat.

Bereits Ende Oktober hatte sich etwa Doughty Hanson entschieden, den in London geplanten Börsengang seines niederländischen Finanzdienstleister TMF abzublasen und die Gesellschaft lieber für 1,75 Milliarden Euro an den Investor CVC zu verkaufen. Zudem wurde die Nervosität jüngst auch von den stockenden Brexit-Gesprächen weiter angefacht.