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IOC: Russland-Frage weiter offen

IOC: Russland-Frage weiter offen
IOC: Russland-Frage weiter offen

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat auf die Resolution des Europäischen Parlaments reagiert und klargestellt, dass es hinsichtlich einer Teilnahme von Russland und Belarus an den Olympischen und Paralympischen Spielen 2024 in Paris noch keine Entscheidung gebe.

Derzeit werde lediglich ein „primäres Konzept für mögliche Teilnahmebedingungen geprüft“. Das teilte ein IOC-Sprecher am Montag mit.

Zudem stellte das IOC fest, das EU-Parlament habe "bedauerlicherweise" die von zwei Sonderberichterstattern des UN-Menschenrechtsrates geäußerten Bedenken nicht berücksichtigt. Diese hatten in einer Mitteilung ausdrücklich die Überlegungen zur Zulassung sogenannter "neutraler Athleten" gelobt und das IOC aufgefordert, eine Diskriminierung jeglicher Sportlerinnen und Sportler auf Basis ihrer Nationalität auszuschließen. Die ursprüngliche Empfehlung des IOC zum Ausschluss russischer und belarussischer Sportler kurz nach Kriegsbeginn habe in dieser Hinsicht "ernsthafte Probleme" aufgeworfen.

Die Forderung des Europäischen Parlaments nach einer "vielfältigen Isolierung" aller Russen und Weißrussen widerspreche dieser Aussage eindeutig, teilte das IOC nun mit. Die Erklärung des EU-Parlaments stehe auch in klarem Widerspruch zur Autonomie von Sportorganisationen, die ein wesentlicher Bestandteil des europäischen Sportmodells und von EU-Institutionen bei vielen Gelegenheiten anerkannt worden seien.

Darüber hinaus, so der IOC-Sprecher weiter, stehe die Erklärung "in klarem Widerspruch zum einigenden friedensfördernden Auftrag der Olympischen Spiele und der mehrfach von der Europäischen Union und ihren Mitgliedsstaaten gebilligten Olympischen Charta".

Das EU-Parlament hatte das IOC am Wochenende dafür kritisiert, für russische und belarussische Athleten Wege nach Paris zu erkunden. Eine entsprechende Resolution wurde mit 444 Ja-Stimmen, 26 Nein-Stimmen und 37 Enthaltungen angenommen. Dies berichtete der Branchendienst insidethegames.biz.

Die 27 Mitgliedstaaten werden aufgefordert, das IOC unter Druck zu setzen, seine Entscheidung, die als "eine Peinlichkeit für die internationale Welt des Sports" bezeichnet wurde, rückgängig zu machen.