Aufgetaucht! Bach irritiert mit Kontakt zu Peng Shuai

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Aufgetaucht! Bach irritiert mit Kontakt zu Peng Shuai
Aufgetaucht! Bach irritiert mit Kontakt zu Peng Shuai

Was bedeutet diese Neuentwicklung tatsächlich für Peng Shuai?

Gut zweieinhalb Monate vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Peking (4. bis 20. Februar 2022) hat sich das Internationale Olympische Komitee eigenen Ausführungen zufolge offenbar mit Erfolg in den „Fall Peng Shuai“ eingeschaltet. (NEWS: Alles zum Tennis)

Wie das IOC mitteilte, führte Präsident Thomas Bach am Sonntag ein 30-minütiges Videotelefonat mit der als verschwunden geltenden Tennisspielerin. Die Ringe-Organisation verbreitete auch ein entsprechendes Foto.

Irritierend dabei indes: Peng befindet sich inmitten einer Kulisse aus Plüschtieren - in einer ähnlichen Anmutung hatte die einstige Top-20-Spielerin vor einer chinesischen Nationalflagge lächelnd und von Plüschtieren und einem Pokal umgeben eine Katze im Arm gehalten.

Auf einem weiteren Foto aus der vergangenen Woche hatte Peng vor einer Abbildung der Winnie-Pooh-Bärenfigur posiert, die in China wegen eines häufigen Vergleichs mit Staats- und Parteichef Xi Jinping oft zensiert wird. (NEWS: Videos von Peng Shuai im Netz aufgetaucht)

IOC-Präsident Bach: Telefonat mit Peng Shuai

In dem Gespräch mit dem Internationalen Olympische Komitee nun, an dem den Angaben zufolge auch die Vorsitzende der IOC-Athletenkommission, Emma Terho, und das chinesische IOC-Mitglied Li Lingwei teilnahmen, habe Peng für die Sorge um ihr Wohlergehen gedankt.

Weiter erklärte die 35-Jährige laut IOC-Angaben, dass es ihr gut gehe, sie aber um Respekt für ihre Privatsphäre bitte.

Sie wolle sich allerdings weiter für den von ihr geliebten Tennissport engagieren, hieß es weiter. (DATEN: Die aktuelle WTA-Weltrangliste)

Nächste Propaganda Chinas? IOC gibt sich positiv

Völlig unklar blieb jedoch nach wie, welche Gründe dazu geführt haben, dass der Tennis-Star so plötzlich abgetaucht ist und unter welchen Umständen das Video-Telefonat geführt worden ist.

Die IOC-Granden zumindest gaben sich positiv: „Ich war erleichtert, als ich sah, dass es Peng Shuai gut geht, was unsere Hauptsorge war. Sie schien entspannt zu sein. Ich bot ihr an, sie zu unterstützen und jederzeit mit ihr in Kontakt zu bleiben, was sie offensichtlich zu schätzen wusste“, sagte Terho.

Am Ende des Telefonats soll Bach die Chinesin zu einem Abendessen eingeladen haben, sobald er im Januar in Peking eintreffe. Dieses habe Peng gerne angenommen.

In Chinas Hauptstadt beginnen am 4. Februar die Olympischen Winterspiele. Die Lage war für das IOC und das Ausrichterland schon vor dem Fall Peng Shuai angespannt. Die Uigurenfrage, Hongkong und der Tibet-Konflikt sind wiederkehrende Themen in den internationalen Medien, zuletzt drohte US-Präsident Joe Biden einen diplomatischen Boykott an - für das Regime in Peking ein Affront.

Ob der augenscheinliche Kontakt des IOC mit Peng als ein weiteres Mosaikstück chinesischer Polit-Propaganda zu werten ist oder echtes Zeugnis über die Situation der 35-Jährigen abgibt, lässt sich nicht verifizieren. (NEWS: Alles zu den Olympischen Spielen)

Zuvor waren über chinesische Staatsmedien einige Videos Pengs aufgetaucht, die diese angeblich bei öffentlichen Auftritten zeigten. (Vermisster Tennis-Star: Fotos sorgen für Wirbel)

China: Staatsmedien veröffentlichen Videos

Der Chefredakteur der Staatszeitung Global Times veröffentlichte auf Twitter einen kurzen Clip, der die 35-Jährige am Sonntag in einem Pekinger Stadion bei der Eröffnung eines Jugend-Tennisturniers zeigen soll.

Darin ist Peng inmitten einer Gruppe von Gästen zu sehen, deren Namen unter großem Beifall aufgerufen werden.

Ein Reporter der Staatszeitung twitterte ein weiteres Video, auf dem zu sehen ist, wie Peng im selben Stadion Autogramme für Kinder schreibt und anschließend für Fotos posiert.

Zuvor war bereits eine Aufnahme aufgetaucht, die die einstige Top-20-Spielerin mit Freunden in einem Restaurant in Peking zeigen soll.

Peng-Auftritte nur inszeniert?

Die französische Nachrichtenagentur AFP konnte die Authentizität der inszeniert wirkenden Videos nicht überprüfen.

Peng Shuai hatte Anfang des Monats in dem Twitter-ähnlichen Medium Weibo geschrieben, vom ehemaligen chinesischen Vizepremier Zhang Gaoli (75) sexuell missbraucht worden zu sein.

Der Eintrag im Sozialen Medium wurde ebenso wie zahlreiche Interneteinträge über Peng gelöscht, von der danach jede Spur fehlte.

Zahlreiche Sportler, Sportorganisationen und auch politische Vertreter hatten ihre große Sorge um die ehemalige Weltranglistenerste im Doppel geäußert und von China eine transparente Aufklärung des Falls gefordert.

Vor der jetzigen Einlassung hatte sich das IOC in der Causa Peng mit einer Wertung eher zurückhaltend gezeigt und erklärt, man unterstütze „den verfolgten Ansatz der stillen Diplomatie“.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)




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