Investor nimmt TV-Hit auseinander: „Die Höhle der Löwen“ ist unrealistisch

Olaf Jacobi

Olaf Jacobi hat mehr als 20 Jahre Erfahrung als Manager, Unternehmer und Investor. In einem Gastbeitrag für Business Insider hat er die beliebte TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“ (dienstags, 20:15 Uhr auf Vox) genauer unter die Lupe genommen.

Olaf Jacobi Capnamic Ventures

„Die Höhle der Löwen“ bringt das Startup-Business in die deutschen Wohnzimmer. Endlich können auch Normalsterbliche einen Einblick in diese spannende Welt erhaschen. Die Zuschauer fühlen mit den Gründern und entwickeln ein Gefühl dafür, welche Herausforderung dahinter steckt, Investoren von einer Idee zu begeistern. Allerdings fehlt, wie auch bei anderen Sendungen an der Schwelle zum Trash-TV, schlichtweg der Bezug zur Realität. Ein echter Pitch sieht anders aus.

Mit meiner langjährigen Erfahrung als Venture Capitalist (VC) habe ich hier fünf der größten Irrtümer aus „Die Höhle Der Löwen“ zusammengefasst:

Die Investoren als Tribunal

Die Höhle der Löwen zeigt ein deutliches Machtgefälle. Zu sehen sind Gründer, die auf einer Bühne den Investoren hilflos gegenüber stehen. In Wirklichkeit ist dieses Machtgefälle jedoch nicht so klar definiert. Schließlich bewirbt sich auch der Investor darum sich bei einer guten Idee am Unternehmen zu beteiligen. Es ist vielmehr eine Begegnung auf Augenhöhe.

Auch die Reputation der Investoren wird in diesen Situationen beeinflusst: von 1.000 Pitches fällt 995 Mal ein „Nein“ und nur fünfmal ein „Ja“. Gerade Absagen müssen also mit Respekt und gegenseitiger Wertschätzung geschehen, sonst können es sich auch Investoren schnell mit der Startup-Szene verscherzen.

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