Investor droht PNE-Management wegen Übernahme mit Sonderprüfung

Eyk Henning und Alexander Kell

(Bloomberg) -- Ein Investor der PNE AG fordert wegen der geplanten Übernahme des deutschen Windpark-Unternehmens durch einen Infrastrukturfonds von Morgan Stanley eine Sonderprüfung auf der nächsten Hauptversammlung.

In einem Schreiben an das Management am Montag erhöht PNE-Aktionär Enkraft Capital GmbH damit den Druck auf die Führungsspitze. Letztere hatte der 300 Millionen Euro schweren Kaufofferte von Morgan Stanley zugestimmt.

“Die Unverfrorenheit, mit der sich der Vorstand über seine Pflichten gegenüber den Aktionären der PNE zugunsten des Bieters MSIP hinwegzusetzen scheint, ist schockierend und in Deutschland bisher wohl beispiellos,” heißt es in dem Schreiben von Enkraft, in das die Nachrichtenagentur Bloomberg News Einblick hatte.

Morgan Stanley Infrastructure Partners (MSIP) will den Windpark-Entwickler für 4 Euro pro Aktie übernehmen. Das PNE-Management gab Anfang des Monats in einer Stellungnahme an, die anfängliche Morgan-Stanley-Offerte von 3,50 Euro bis 3,80 Euro je Aktie durch wertsteigernde Informationen auf den gegenwärtigen Preis nach oben getrieben zu haben.

Enkraft wirft dem Management nun vor, dass diese Informationen nicht an alle PNE-Aktionäre gingen. “Es liegt nahe, dass einige der zur Verfügung gestellten Informationen materiell sind, um sinnvoll den intrinsischen Wert der Gesellschaft bestimmen zu können,” heißt es in dem Brief.

Eine Sonderprüfung ist eines der schärfsten Schwerter für Aktionäre gegenüber börsennotierten Gesellschaften. Sie werde “der Auftakt” zur Prüfung der Vorkommnisse sein, so Enkraft-Chef Benedikt Kormaier.

Für den Antrag auf eine Sonderprüfung sind 5% des Kapitals einer Gesellschaft notwendig. Enkraft hält nach eigenen Angaben knapp 3% an PNE. Die Sonderprüfer können auf der Hauptversammlung mit einer einfachen Stimmenmehrheit bestellt werden.

Ein Sprecher für PNE lehnte eine Stellungnahme ab.

Kontakt Reporter: Eyk Henning in Frankfurt ehenning1@bloomberg.net;Alexander Kell in Frankfurt akell@bloomberg.net

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