Investment-Konferenz: Von Globalisierung bis Absolute-Return-Strategien

Auf der Investment-Konferenz in Berchtesgaden konnten sich Asset-Manager und Vermögensberater heuer ein Bild machen von neuen Trends am Kapitalmarkt und aus der Fondsbranche. Manch einer fühlte sich an Schulzeiten erinnert – denn der anspruchsvolle Stoff erforderte die volle Aufmerksamkeit der Teilnehmer.

Vor der mächtigen Kulisse des Watzmann in Berchtesgaden fand am 1. und 2. März 2018 die FondsConsult-Investment-Konferenz statt. Diese hat seit jeher zum Ziel, Asset-Managern einen exklusiven Einblick in neue Strategien und Trends der Branche zu bieten, und in ungezwungener Atmosphäre das Networking und den Erfahrungsaustausch von Anlageprofis zu ermöglichen.

Zur Konferenz begrüßte FondsConsult-Geschäftsführer Rüdiger Sälzle und gab einen kurzen Überblick auf das Tagungsprogramm. Bevor es ans Eingemachte ging, wurden die Tagungsteilnehmer mit einem Rückblick auf das vergangene Anlage-Jahr eingestimmt. Und das konnte sich in der Tat (Shenzhen: 002433.SZ - Nachrichten) sehen lassen:

Die Zuflüsse in Kapitalanlagen bewegten sich 2017 auf Spitzenniveau. Allein die BVI-Gesellschaften konnten Zuflüsse in Höhe von 72 Mrd. Euro verzeichnen; zum Jahresende waren fast drei Billionen Euro in Publikumsfonds der dort vertretenen Anlagegesellschaften investiert – Rekordwert.

Aber nicht nur in Deutschland, in ganz Europa strömte Anlagekapital in Investmentfonds, wovon vor allem die Rentenfonds mit 288 Milliarden Euro Mittelzufluss profitierten. Auch die passiven Investmentprodukte konnten 2017 ein sehr erfolgreiches Jahr verzeichnen: Das (Shenzhen: 002421.SZ - Nachrichten) verwaltete ETF-Vermögen erreichte in Europa den Rekordwert von 670 Milliarden Euro;  im Vorjahr waren es noch 537 Milliarden Euro.

In seiner Begrüßung ging FondsConsult-Chef Sälzle auch explizit auf die seit Jahresbeginn geltenden MIFiD-II-Regulierungen ein, die teilweise noch immer für erhebliche Verunsicherung in der Branche sorgen. Insbesondere die Bestimmungen, die die Entgegennahme monetärer und nicht monetärer Vorteile von Finanzportfolioverwaltern und unabhängigen Anlageberatern betreffen, haben dabei sicher noch Klärungsbedarf. Aber auch der Besuch von Veranstaltungen kann aus Sicht von MiFID-II relevant sein, da es sich dabei durchaus um nichtmonetäre Vorteile handeln kann. Diesbezügliche Bedenken hinsichtlich der Investment-Konferenz konnte Sälzle jedoch aus dem Weg (Sao Paolo: R2:WEGE3S.SA - Nachrichten) räumen: Hier stehe die Wissensvermittlung im Vordergrund – nicht aber konkreter Produktbezug oder spezielle Analyseresultate.

An dieser Stelle konnte der Gastgeber auch auf den Vortrag von Dr. Markus Lange von KPMG Law verweisen, dessen Referat “MiFID 2 – Wo stehen wir zwei Monate nach dem Start?” am zweiten Tag die Konferenz schließen sollte. Darin ging Lange unter anderem ausführlich auf die Umstände und die Quantifizierung von monetären und nichtmonetären Vorteilen ein – für die versammelten Asset-Manager eine hochinteressante Lehrstunde. Weitere Informationen zu diesem und den weiteren Vorträgen der Konferenz finden Sie in den kommenden Tagen hier bei FundResearch.

Volles Programm im Kempinski Hotel Berchtesgaden

(Bild: FondsConsult)

Im Einzelnen erwartete die Teilnehmer während der zwei Tage in Berchtesgaden ein anspruchsvolles Vortragsprogramm, dessen thematische Bandbreite von Familienunternehmen über Globalisierung bis hin zu Absolute-Return-Strategien reichte.

So gab Lutz Overlack von der Banque de Luxembourg Investments einen Einblick, wie bei ihm im Haus der Begriff der Familienunternehmen verstanden wird – und wie sich das im hauseigenen BL European Family Business niederschlägt.

Steven Smith von der Capital Group erläuterte die Globalisierung, die keineswegs im Rückgang begriffen ist sondern vielmehr einem tiefgreifenden Wandel unterliegt.

Spannend wurde es, als Martin Dreier von Oddo BHF Asset Management den Zuhörern erläuterte, wie man auch im Umfeld steigender Zinsen an den Anleihemärkten investieren kann, nämlich mittels Absolute Return Strategien.

Den zweiten Tag eröffnete der Vortrag von Stéphane Lago, der bei Axa Investment Managers für die Anlage in Zukunftsthemen verantwortlich zeichnet. Er führte seine Zuhörer in die Welt der Robotik und Automation – Trendthemen, die die Kapitalanlage zukünftig nachhaltig prägen werden.

Für Nicolas Janvier von Columbia Threadneedle gilt die Devise “Make Small Caps great Again!”. Der Aktienexperte widmet sich der Anlage in US-Nebenwerte, die seiner Ansicht nach hohes Ertragspotenzial und Wachstumsdynamik versprechen – wenn man über die nötige Expertise bei der Auswahl der Aktien verfügt.

Das volkswirtschaftliche Umfeld, das den Rahmen für die Kapitalanlage in den kommenden Jahren absteckt, beschrieb Dr. Michael Böhmer, Chefökonom bei Ernst & Young in seiner Präsentation.

Für Spannung und kontroverse Nachfragen sorgte der Vortrag von Wieland Staud, der den Teilnehmern einige Einblicke in die technische Chartanalyse gewährte – eine Herangehensweise, die in der Szene nicht unumstritten ist.

Nach zwei intensiven Tagen in den verschneiten Alpen, angefüllt mit anspruchsvollen Vorträgen und spannenden Gesprächen, wurden die Teilnehmer ins wohlverdiente Wochenende verabschiedet. Bei den meisten wird die Konferenz wohl noch einige Zeit nachklingen. Und viele freuen sich schon auf die nächste Investment-Konferenz. Die findet vom 19. bis 20. April in Hamburg statt.

(TG)