Dieses Investment hat in unter acht Jahren aus 1.000 Dollar 2,2 Milliarden gemacht

Motley Fool Investmentanalyst

Normalerweise ist der Aktienmarkt ja das Investmentvehikel für Leute, die den Wert verstehen, den Zeit und Zins bieten. Seit Beginn seines Bestehens hat der Aktienmarkt eine Jahresrendite von etwa 7 % gebracht, Dividenden-Reinvestitionen mit einberechnet. Das bedeutet, dass man einmal pro Jahrzehnt seinen Wert verdoppelt.

Das beste Investment dieser Dekade

Jüngst haben allerdings Kryptowährungen wie Bitcoin die Aufmerksamkeit an sich gerissen. Bitcoin hat dieses Jahr 600 % zugelegt, seit dem Tiefststand 2015 sogar 2.000 %. Zum Vergleich brauchte der S&P 500 Jahrzehnte, was Bitcoin in nur zwei Jahren leisten konnte. Die Marktbewertung ist neulich bei 110 Milliarden Dollar gelandet, ein gutes Stückchen über dem, was einige etablierte Unternehmen aus dem Dow Jones Industrial Average bieten können.

Zugegeben: Nicht viele Menschen konnten voraussehen, was aus Bitcoin werden würde als es 2009 das Licht der Welt erblickte oder im März 2010, als die mittlerweile eingestellte Plattform BitcoinMarket.com startete. Wer allerdings das Glück hatte, zum damaligen Spottpreis von 0,003 Dollar pro Bitcoin sich für 1.000 Dollar insgesamt 333.333 Bitcoins zu sichern, dürfte jetzt auf einem Vermögen sitzen: mit Stand 1. November wären diese 2,2 Milliarden Dollar wart. Genau: Von 1.000 Dollar rauf auf 2,2 Milliarden Dollar in sieben Jahren und acht Monaten. Eine Durchschnittsrendite von 571 %.

Wie konnte es so schnell aufwärts gehen?

Drei Faktoren waren für den Aufstieg entscheidend.

Die logischste Erklärung ist, dass das Potenzial für die Blockchain gigantisch ist. Das ist der digitale und dezentralisierte Ordner, der den meisten digitalen Währungen zugrunde liegt. Blockchain loggt alle Transaktionen, ohne dass dafür eine Bank als Zwischenstufe notwendig ist. Normalerweise ist es auch Open Source, was es wohl unmöglich macht, die geloggten Daten zu verändern. Das bedeutet zusätzliche Sicherheitsstufen, was für die Finanzindustrie wichtig ist. Auch wenn die Technik noch in den Kinderschuhen steckt, nehmen manche Analysten an, dass Blockchain potenziell Milliarden wert sein kann.

Zweitens ist der Wert von Bitcoin wohl von der Nachrichtenlage abhängig. So verkündete eine Handvoll großer Marken, dass sie Bitcoin als Zahlungsmittel zulassen wollen. Außerdem ließ Japan Anfang des Jahres Bitcoin als offizielle Währung zu.

In noch jüngerer Zeit machte CME Group (WKN:A0MW32) von sich reden, die letzte Woche verkündet haben, dass man Terminhandel für Bitcoin machen werde. Das sollte die schlimmste Volatilität verhindern und den institutionellen Anlegern ermöglichen, in die Kryptowährung zu investieren. Außerdem gibt es der CME Group einen ganz neuen Kanal.

Drittens haben Emotionen und die Rarität eine Rolle gespielt. Wie gesagt: Durch CME wird der Handel mit Bitcoin verbreitert. Bislang wurde der Wert von Bitcoin vorrangig von Händlern festgelegt, weil institutionelle Investoren bislang nicht mit Bitcoin handeln konnten. Händler sind in ihren Entscheidungen viel emotionaler, weswegen es in der achtjährigen Geschichte von Bitcoin zu Hochs und Tiefs gekommen ist.

Drei große Sorgen

Vielleicht geht es aber nicht immer nur nach oben. Eine Sorge besteht darin, dass die Regularien sich als zweischneidiges Schwert für Bitcoin herausstellen. Denn verstärkte Kontrolle bedeutet ja auch, dass die Währung ernst genommen wird. Andererseits bedeutet es, dass die Türen aber auch komplett versperrt werden können. Beispiel: China und Südkorea verbieten Initial Coin Offerings, und China schließt den Markt für Kryptowährungen.

Zweitens: Niemand wird die Vorteile von Blockchain kleinreden, aber niemand weiß, wie viel diese tatsächlich wert ist. Anlegern konnte schon immer vorgeworfen werden, dass sie neue Technologien überschätzt haben. Das ist immer wieder vorgekommen, und warum sollte sich Blockchain nicht in diese ungute Liste einreihen? Derzeit wird Blockchain ja nur in Pilotprojekten und bei kleineren Vorhaben eingesetzt, es könnte also noch ein bisschen dauern, bis es sich breiter Adaption erfreut.

Weiter gedacht: Es spricht nichts dafür, dass die Blockchain von Bitcoin auch die sein wird, auf die die großen Unternehmen setzen. Auch wenn Bitcoin neulich die Blockchain verbessert hat, um die Kapazität zu vergrößern, die Geschwindigkeit zu verbessern und die Gebühren zu verringern, ist doch der Konkurrent Ethereum bei vielen Unternehmen bislang auf mehr Gegenliebe gestoßen. Da die Eintrittshürde in die Blockchain alles andere als hoch ist, könnte es sein, dass Bitcoin bald schon viele Konkurrenten um sich hat.

Die größte Sorge könnte darin bestehen, dass Investoren nicht begreifen, was wirklich wichtig ist. Bitcoins Blockchain ist das Entscheidende, nicht die Währung selber. Und doch fühlen sich viele von der Währung angezogen. Wer Bitcoin kauft, kauft kein Unternehmen, stattdessen aber eine virtuelle Währung, mit der man nicht einmal Sachen für die Grundbedürfnisse kaufen kann.

Mehr und mehr gehe ich davon aus, dass die Blase bald platzen wird.

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The Motley Fool besitzt keine der angegebenen Aktien.

Dieser Artikel von Sean Williams erschien am 6.11.2017 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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