Interview: Woran Architekt Kleihues merkt, dass er West-Berliner ist

Warum der Berliner Architekt Jan Kleihues die City-West liebt und seinen BND-Neubau nicht langweilig findet. Ein Gespräch.

Er hat die City-West mit dem Concorde-Haus, heute Sofitel-Hotel, bereichert und mit seinem BND-Neubau für Aufsehen gesorgt. Aktuell wird nach seinem Entwurf das Kudamm-Karree umgebaut. Am Mittwoch besuchte der Berliner Architekt Jan Kleihues die Redaktion Berliner Morgenpost. Im Anschluss an seine Blattkritik gab er ein Interview.

Herr Kleihues, Sie wohnen seit einiger Zeit wieder in der City-West. Wie lebt es sich da?

Jan Kleihues Ich merke, dass ich West-Berliner bin.

Was meinen Sie denn damit?

In der Nachwendezeit Anfang der 90er-Jahre habe ich vier Jahre in Mitte gewohnt, in der Nähe des Hackeschen Markts, wo damals noch Aufbruchsstimmung herrschte und es noch nicht so synthetisch war wie heute. Suchen Sie dort jetzt mal eine kleine Schneiderei oder einen Schuster, das wird schwer. Ganz anders als hier. Charlottenburg hat einfach den großen Vorteil, dass es sich hier um eine gewachsene Struktur mit einem vielfältigen und großen kulturellen Angebot handelt. Ich genieße die zentrale Lage und liebe das urbane Umfeld direkt vor der Haustür.

Die ja auch noch in einem von Ihnen selbst entworfenen und mehrfach preisgekrönten Bau, dem einstigen Concorde (heute Sofitel-Hotel) liegt, wo Sie im 12. Stock leben. Wie ist das denn so, quasi im selbst entworfenen Haus zu wohnen?

Fantastisch. Das Gebäude ist auch deswegen so gut gelungen, weil die Zusammenarbeit zwischen dem Bauherren Grothe und uns so gut gelaufen ist. Die Wohnung war ursprünglich für den Bauherren gedacht, ich hätte damals n...

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