Interview: Woidke traf "schwerste Entscheidung im politischen Leben"

Interview mit Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident des Landes Brandenburg

Potsdam.  Brandenburgs Landesregierung erlebt schwere Zeiten. Bei der Bundestagswahl schnitt die SPD historisch schlecht ab, überraschend wurde jetzt die viele Jahre geplante Gebietsreform abgesagt. Im Interview mit der Berliner Morgenpost sagt Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) wie es weitergeht.

Herr Woidke, Sie haben gerade das wichtigste Projekt der Landesregierung – die Kreisgebietsreform – gestoppt. Die SPD ist hinter CDU und AfD nur noch drittstärkste politische Kraft im Land, Ihre Generalsekretärin ist zurückgetreten. Was läuft schief?

Dietmar Woidke: Auf Bundesebene müssen wir das Bundestagsergebnis noch gründlich auswerten. Das betrifft alle demokratischen Parteien. Die CDU hat in Brandenburg acht Prozentpunkte verloren – deutlich mehr als die SPD. Die CDU hat durch ihre Kampagne gegen die Kreisreform nichts gewonnen, sondern nur die AfD stark gemacht. Und die Bundestagswahl hat nichts mit einer Landtagswahl zu tun. Wir hatten eine ähnlich schwierige Situation nach der Bundestagswahl 2013, haben ein Jahr später aber im Land deutlich gewonnen. Und die neueste Umfrage hat ja gezeigt: Die SPD bleibt in Brandenburg stärkste Kraft. Wir haben zwar etwas verloren, aber das war in der jetzigen Situation völlig naheliegend. Unser Ziel ist es, das Land weiter voranzubringen.

Aber gelingt das mit der Absage der lange geplanten Reform?

Ich hatte vergangene Woche eine schwierige Entscheidung zu treffen, die schwerste in meinem politischen Leben. Ich habe die Entscheidung am Ende aus Veran...

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