Interview: Raed Saleh verordnet seiner SPD nun Pragmatismus

Raed Saleh (40) ist seit knapp sechs Jahren Vorsitzender der SPD-Fraktion

Nach der Niederlage der Sozialdemokraten bei der Bundestagswahl fordert der SPD-Fraktionschef im Berliner Abgeordnetenhaus, Raed Saleh, mehr Realismus. Seine Partei müsse mutiger sein, künftig pragmatische und bodenständige Antworten geben. Der gescheiterte Kanzlerkandidat Martin Schulz soll die SPD weiter führen, sagt Saleh im Interview.

Herr Saleh, die SPD hat bei der Bundestagswahl eine heftige Niederlage erlitten. War es falsch, auf das Thema Gerechtigkeit zu setzen?

Raed Saleh: Die SPD steht für soziale Gerechtigkeit wie keine andere Partei. Aber eine Volkspartei SPD muss mehrere Themen im Blick haben, um breit akzeptiert zu werden. Die SPD ist immer dann stark, wenn sie soziale Gerechtigkeit, wirtschaftliche Vernunft und innere Sicherheit zusammen denkt. Und das Thema innere Sicherheit kam mir bei meiner Partei im Wahlkampf zu kurz. Wenn es keine Sicherheit gibt, herrscht Willkür.

Fehlt es an Realismus in ihrer Partei?

Es geht eher um Pragmatismus. Eine Volkspartei muss viele Teile der Gesellschaft zusammenführen. Den Manager, der bereit ist, etwas abzugeben. Die alleinerziehende Mutter, die Beruf und Familie vereinbaren will. Und die ältere Dame, die abends ohne Angst S-Bahn fahren will, weil sie sich ein Taxi nicht leisten kann. Wir müssen pragmatische und bodenständige Antworten geben. Die Menschen unterscheiden nicht groß zwischen links und rechts, sondern sie schauen, ob die Parteien Antworten auf ihre Lebenslagen geben.

Kann Martin Schulz nach der Niederlage denn Parte...

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