Interview: Präsident Emmanuel Macron: "Deutschland muss sich bewegen"

Präsident Emmanuel Macron spricht im Interview über den G20-Gipfel und die Europapolitik von Merkel. Was erwartet er von Deutschland?

Paris.  Vor dem Eingang zum Elyséepalast stehen zehn Polizisten mit kugelsicherer Weste und Maschinengewehr. Der Regierungssitz des französischen Präsidenten ist seit drei Monaten mit Metallbarrieren von der Straße abgeschirmt – wegen der unverändert hohen Terrorrisiken. Kurz nach 16 Uhr fährt eine schwarze Wagenkolonne vor. Emmanuel Macron steigt aus. Er kommt gerade aus Lausanne, wo er für die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2024 in Paris geworben hatte. Danach empfängt er unsere Zeitung sowie unseren französischen Partner "Ouest-France" zum einstündigen Interview.

Herr Präsident, der G20-Gipfel ist den deutschen Sicherheitskräften entglitten. Hamburg hat Tage der Anarchie hinter sich. Wird der Linksextremismus in Deutschland und Europa unterschätzt?

Emmanuel Macron: Wir hatten einen schwierigen Gipfel, da es große Unstimmigkeiten im Konzert der Nationen gibt. Das darf man nicht leugnen. Wir leben in schweren Zeiten. Ich möchte die Arbeit der Kanzlerin loben, die alles zu einem guten Gelingen beigetragen hat. Sie hat alles getan, was sie tun konnte. Ich schätze ihren Willen zur Einheit und ihre Überzeugungskraft. Ich möchte auch etwas zu Olaf Scholz sagen, dem Ersten Bürgermeister Hamburgs, der nun ungerecht angegriffen wird. Ich kenne ihn seit mehreren Jahren. Er ist ein großer Bürgermeister der Stadt. Er hat diesen G20-Gipfel sehr mutig ausgerichtet. Es ist nicht richtig, ihn zu kritisieren, da man so nur den Randalierern recht gibt.

Sie meinen, es war ein schwieriger Gipfel...

Lesen Sie hier weiter!