Interview mit Ostasien-Expertin: „Schlüssel zur Lösung der Nordkorea-Krise ist China“

Alexandra Sakaki über die Rolle der BRD in der krise und die Gefahr eines Krieges.

Alexandra Sakaki ist Ostasien-Expertin bei der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin. Im Interview spricht die 38-Jährige über die Nordkorea-Krise, die Gefahr eines Atomkrieges und die Rolle der Bundesrepublik darin.

Frau Sakaki, wird sich die nordkoreanische Führung von dem kriegerischen Getöse Donald Trumps provozieren lassen, einen Militärschlag gegen die USA zu führen? Oder wirken die markigen Worte abschreckend?

Ich glaube, die nordkoreanische Führung ist sich sehr bewusst, dass ihr Land den USA militärisch im Grunde völlig unterlegen ist. Das Regime in Pjöngjang dürfte daher vor Provokationen zurückschrecken, die die USA zu einem militärischen Gegenschlag veranlassen würden. Trumps Getöse wird in Pjöngjang zur Kenntnis genommen. Die Abschreckungswirkung dürfte aber eher gering sein. Auch unter Trumps Vorgängern, die sich maßvoller geäußert haben, ist es schließlich immer wieder zu Provokationen gegen die USA und auch Südkorea gekommen.

Wer kann die Eskalation stoppen?

Den Schlüssel zur Lösung des Konflikts hat China in der Hand. Solange China die internationalen Sanktionen gegen Nordkorea nicht strikt umsetzt, kann sich Kim Jong Un noch in relativer Sicherheit wiegen.

Was hindert die Chinesen daran, die Sanktionen gegen Nordkorea so umzusetzen, dass es dem Regime weh tut?

China steht vor einem Dilemma. Peking ist einerseits ganz und gar nicht erfreut über die andauernden Provokationen aus Nordkorea, weil das die Stabilität auf der koreanischen Halbinsel und damit in der Region Ostasien in Gefahr bringt. Andererseits wollen die Chinesen aber auch einen Kollaps des...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung