Interview: Ministerpräsident Woidke warnt vor Weiterbetrieb von Tegel

Dietmar Woidke steht wegen der Kreisgebietsreform unter Druck

Berlin/Potsdam.  Für Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) steht fest: Hätte der BER bereits eröffnet oder stünde wenigstens ein Startdatum fest, gäbe es die Diskussion um eine Offenhaltung des Berliner Airports Tegel überhaupt nicht. Im Interview mit der Berliner Morgenpost spricht Woidke sich ganz klar für eine Schließung des innerstädtischen Flughafens aus.

Herr Ministerpräsident, in Berlin gibt es am 24. September einen Volksentscheid mit dem Ziel, Tegel offen zu halten. Eine Schnapsidee?

Dietmar Woidke: Das ist eine Frage, die sich an die richtet, die das initiiert haben. Das war eine Wahlkampfidee einer kleinen Partei. Wir sollten hier die Emotionen rausnehmen und auf die Fakten schauen. Ganz klar: Wir sollten den eingeschlagenen Weg fortsetzen. Das vom Bundesverwaltungsgericht bestätigte Planfeststellungsverfahren basiert unter anderem darauf, dass ein Großteil der Menschen vom Fluglärm entlastet wird. Wenn beide Flughäfen offen bleiben, trifft dieses Argument nicht mehr zu und die juristische Situation für den BER wäre eine deutlich schlechtere. Ich hoffe, dass wir nicht zusätzliche Unsicherheiten für den BER bekommen.

Ist es nicht in Brandenburgs Interesse, dass Tegel weiter genutzt wird? So würde sich der Fluglärm im Berliner Umland reduzieren.

Zunächst einmal: Auch durch Tegel gibt es im Berliner Umland Fluglärm. Es geht juristisch darum, dass mit Schließung von Tegel die Gesamtzahl der Lärmbetroffenen deutlich reduzier...

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