Interview: Innensenator Geisel: "Berlin ist eine relativ sichere Stadt"

Interview mit Andreas Geisel (SPD), Senator für Inneres und Sport von Berlin, in seinem Büro; Autoren Ulrich Kraetzer und Gudrun Mallwitz

Andreas Geisel (SPD) ist als Innensenator der oberste Dienstherr der Polizei. Deren Führung steht bei der Aufarbeitung des Anschlags vom Breitscheidplatz vom 19. Dezember 2016 immer wieder in der Kritik. Im Interview mit der Berliner Morgenpost verteidigt Geisel die Polizeiführung und spricht über die schwierige Personalsituation.

Herr Geisel, wie lange wird Klaus Kandt noch Polizeipräsident in Berlin sein?

Andreas Geisel: Solange er gute Arbeit leistet und wir gut, loyal und vertrauensvoll zusammenarbeiten. Und das alles ist der Fall.

Sie hätten genug Gründe, ihn abzusetzen.

Solche Gründe kann ich nicht erkennen.

Uns fallen einige ein: die Pannen vor dem Anschlag, der Verdacht der Aktenmanipulation, Fehlinformationen des Parlaments und der offenbar katastrophal verlaufene Polizeieinsatz nach dem Anschlag.

Die Sicherheitslage verbessert sich nicht dadurch, dass der Polizeipräsident Verantwortung für mögliches Fehlverhalten einzelner Mitarbeiter übernimmt.

Die Versäumnisse in der Führung sind aber doch offensichtlich.

Das sehe ich anders. Ich arbeite vertrauensvoll mit Herrn Kandt zusammen. Welche Schlussfolgerungen aus dem Fall Amri gezogen werden, ist Thema des Untersuchungsausschusses. Ich vertraue weiterhin der Polizei und ihrer Führung.

Die Polizei hat nach dem Anschlag mehr als drei Stunden verstreichen lassen, bis sie Fahndungsmaßnahmen einleitete. Wollen Sie da zur Tagesordnung übergehen?

Natürlich nicht. Wir haben eine schonungslose Analyse verlangt. Und wir haben sie auch beko...

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