Interview: Grünen-Politikerin Canan Bayram stellt sich gegen Jamaika

Canan Bayram (Bündnis 90 / Die Grünen)

Sie hat ihr Bundestagsmandat direkt gewonnen. Das verleiht Canan Bayram eine gewissen Unabhängigkeit – auch von ihrer eigenen Partei, den Grünen. Die streben in ein Jamaika-Bündnis. Das sieht Bayram sehr kritisch.

Frau Bayram, haben Sie schon mit Ihren neuen Kollegen aus der Bundestagsfraktion gesprochen?

Canan Bayram: Ja, wir hatten am Dienstag die erste Fraktionssitzung, mit alten und neuen Abgeordneten.

Wie sind Sie aufgenommen worden nach der Ansage, auf keinen Fall für Jamaika zu stimmen?

Erst mal habe ich tosenden Applaus bekommen, weil ich das grüne Direktmandat in Friedrichshain-Kreuzberg verteidigt habe. Ansonsten wurden die Redebeiträge ausgelost. Ich war nicht dabei und konnte deshalb in der Fraktion noch nicht sprechen.

Warum legen Sie sich fest, ehe Sie die Inhalte von Sondierungen oder Koalitionsgesprächen kennen?

Wir hatten am Dienstag eine Bezirksgruppe. Dort habe ich meine Entscheidung dargelegt. Dafür habe ich großen Beifall bekommen.

Nehmen Sie sich als direkt gewählte Abgeordnete eine Sonderrolle in der Fraktion heraus?

Ich bin reguläres Mitglied der Fraktion und des Bundestages wie alle anderen auch. Aber tatsächlich ist es eben wichtig, als direkt gewählte Abgeordnete den Wahlkreis zu vertreten.

Das heißt, weil Ihre Parteifreunde und womöglich auch die Wähler dort Jamaika blöd finden, müssen Sie sich daran halten, egal was sonst die Mehrheitsmeinung in der Fraktion ist?

Das steht im Grundgesetz. Ich bin nur meinem Gewissen verpflichtet und keinen A...

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