Senatorin im Interview: Katrin Lompscher: "Berlin ist eine große Baustelle"

Senatorin Katrin Lompscher

Vom Dach ihrer Behörde am Wilmersdorfer Preußenpark hat Katrin Lompscher (Linke) eine herrliche Sicht über die Stadt. Seit Dezember im Amt, steht Berlins Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen (55) vor großen Herausforderungen.

Frau Lompscher, Sie wohnen als Mieterin in Charlottenburg. Nie bereut, dass Sie nicht gekauft haben?

Katrin Lompscher : Das stand nie zur Debatte. Berlin ist eine klassische Mieterstadt – und Mieten bietet im Vergleich zu Eigentum an manchen Stellen ja auch mehr Freiheiten. Fakt ist, dass Kaufen gerade bei den jetzigen Preisen ohne ausreichend Eigenkapital ein Risiko darstellt.

Kommen die anderen Mieter in Ihrem Haus zu Ihnen und fragen Sie nach der Mietpreisentwicklung?

Die Mieten sind in Berlin ja schon seit 2011 ein großes Thema. Seit gut zwei Jahren erleben wir außerdem eine enorme Steigerung der Bodenpreise, verbunden mit einer entsprechenden Kauf- und Mietpreiserhöhung. Diese Erhöhungen sind für viele Berlinerinnen und Berliner zu hoch.

Sie hatten angekündigt, Spekulationen bei Bodenpreisen zu erschweren.

Wir denken in der Koalition darüber nach, in der Bauordnung die Geltungsdauer von Baugenehmigungen zu verkürzen. So kann Spekulation zwar nicht verhindert, aber gedämpft werden. Letztes Jahr gab es in Berlin 13.500 Baufertigstellungen, aber mehr als 25.000 Baugenehmigungen. Insgesamt haben wir ein Potenzial von 40.000 genehmigten, aber nicht realisierten Wohnungen. Und der Bauüberhang wächst. Was wir auf Landesebene gegen Spekulation tun können, is...

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