Internet-User schwören: Dieses GIF kann man auch hören

Ein Hochspannungsmast sorgt im Netz derzeit für Diskussionen. (Symbolbild: ddp Images)

Animierte GIFs sind der Renner im Netz. Die tonlosen Bewegtfotos werden millionenfach gepostet und geteilt. Nun behaupten einige Twitter-User: Bei einem GIF, das einen springenden Strommast zeigt, könne man Geräusche vernehmen. Was steckt dahinter?

Sie werden überall verschickt und gepostet, in Blogs und Textbeiträgen dienen sie der Auflockerung: GIFs. Die meist witzigen Bewegtbilder dauern nur einige Sekunden und wiederholen sich in Endlosschleife. Dabei kommen die animierten Bildchen ganz ohne Ton aus.

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Doch seit einigen Tagen zerbrechen sich etliche Leute genau deswegen den Kopf: Auf einem GIF sind zwei Strommasten zu sehen, die mit einem dritten Mast Seilspringen spielen. Jedes Mal, wenn der hüpfende Strommast wieder auf dem Boden aufsetzt, vernehmen manche User einen dumpfen Klang.


Twitter-Userin Lisa DeBruine, die das GIF gepostet hat, schreibt: „Weiß irgendjemand, der sich mit visueller Wahrnehmung auskennt, warum man dieses GIF hören kann?“ Ihr Tweet schlägt seither Wellen im Netz. Mehr als 15.000 Mal wurde der Beitrag schon geteilt, über 30.000 Mal gelikt. Lisa DeBruine, die am Institut für Neurowissenschaften und Psychologie in Glasgow arbeitet, erstellte auch gleich die passende Umfrage dazu: Bisher gaben 53 Prozent an, etwas zu hören, wenn der Strommast den Boden berührt.

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Dem Onlineportal „The Verge“ erklärte Christopher Fassnidge, der gerade eine Doktorarbeit in Psychologie an der Universität von London schreibt, dass es sich in diesem Fall um eine Sinnestäuschung handelt. Das Phänomen sei als „Synästhesie“ bekannt, bei dem mehrere, sonst getrennte Wahrnehmungsbereiche gekoppelt werden. Beim hüpfenden Strommast sei dies eine „visuell evozierte auditive Resonanz“. Das Geräusch, das ein hüpfender, tonnenschwerer Strommast eigentlich erzeugen müsste, wird also vom Hirn einfach hinzufantasiert – auch ohne Ton.

Hören kann man sich also auch einbilden.

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