Internet, Telefon und Co.: Gute Infrastruktur für Start-ups im „Startplatz“ in Köln

Insgesamt arbeiten rund 80 Teams auf drei „Startplatz“-Etagen.

Vor fünf Jahren hat Matthias Gräf (31) sein Start-up „Golf Post“ gegründet, eine Online-Plattform für Golfer. Mittlerweile hat sich das Angebot erfolgreich im Nischenmarkt der Golf-Liebhaber in Deutschland, Österreich und der Schweiz etabliert und eine breite Community aufgebaut.

Gräf steuert das Geschäft mit seinen mittlerweile zwölf Vollzeit-Mitarbeitern vom Co-Working-Space „Startplatz“ im Mediapark. Dort kann das Team die komplette Infrastruktur nutzen wie etwa Internet, Telefon und Arbeitsräume. Das junge Unternehmen hat 2016 einen Umsatz von einer halben Million Euro gemacht. „Wir wachsen dynamisch“, sagt Gräf.

Auch Frank Heck (44) und Santosh Satschdeva (31) haben sich für Köln als Gründungsstandort entschieden und arbeiten vom Co-Working-Space „Startplatz“ aus. Ihre „MySchleppApp“ ist eine Art digitaler ADAC, bei dem Nutzer bequem zu einem festgelegten Preis einen seriösen Abschleppdienst in der Nähe finden können – und nicht über den Tisch gezogen werden.

In Kürze werden sie im „Startplatz“ von einem vorübergehenden Arbeitsplatz in ein eigenes Büro ziehen, sagt Satschdeva. Insgesamt arbeiten bis zu 80 Teams mit rund 300 Mitarbeitern auf drei „Startplatz“-Etagen.

Gründer wollen bis Ende 2017 profitabel sein

Auf die Idee kamen die „MySchleppApp“-Gründer, als Satschdeva eine Panne mit seinem Auto hatte und drei Stunden auf einen Abschleppdienst warten musste – trotz jahrelanger Automobilclub-Mitgliedschaft. Heck war derjenige, der schließlich mit dem rettenden Abschleppwagen kam. Die beiden gründeten Anfang 2016 schließlich ihr eigenes Unternehmen. Ende 2017 wollen sie mit ihrem Service profitabel sein.

Auch Leon Menge (22), Leiter der Vertriebsabteilung von „Radbonus“, arbeitet im „Startplatz“. Mit rund 18 Mitarbeitern entwickelt das Team Belohnungssysteme, die Unternehmen für Radfahrer anbieten – etwa für die eigenen Mitarbeiter oder für Kunden. Für eine bestimmte Anzahl gefahrener Kilometer kann der Anbieter einen Preis anbieten, beispielsweise einen Gutschein.

Menge schätzt die kreative Atmosphäre und die Möglichkeiten, die der Co-Working-Space dem jungen Unternehmen bietet, das sich 2014 gegründet hat. Sein Wunsch für die Zukunft: „Eine Kooperation mit der Stadt Köln.“

Köln könnte das Rheinland-Valley werden

Der Start-up-Standort Köln habe Potenzial, meinen die Gründer, sie sehen aber noch Verbesserungsbedarf. Firmen, vor allem mit technologiebasierten Ideen, brauchen Personal – Experten, wie Software-Entwickler und Grafiker. Davon gibt es in der Region zu wenig, sagen die Gründer.

Dazu müssten Ausbildungsangebote anders ausgerichtet und besser werden. Auch teilweise zu langsames Internet, lange Wartezeiten auf Genehmigungen und zu wenig internationale Events, durch die die Region mehr Aufmerksamkeit bekommen würde, sehen die jungen Gründer als Manko im deutschlandweiten Vergleich.

Den Unternehmern und neuen Start-ups das Gründen zu erleichtern, hat sich Digitalminister Andreas Pinkwart auf die Fahne geschrieben. Mit Oberbürgermeisterin Henriette Reker suchte er am Dienstag das Gespräch mit den jungen Unternehmern im „Startplatz“ im Mediapark.

„Wir sind im Gespräch mit den Universitäten in der Region, die sich vorgenommen haben, sich mehr für Entrepreneurship zu öffnen und zusätzliche Angebote zu schaffen“, so Pinkwart. Reker und Pinkwart wollen Köln und das Rheinland auf Augenhöhe mit der Start-up-Hauptstadt Berlin bringen. „Köln hat alle Voraussetzungen der Motor für das Rheinland Valley zu sein“, so...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta