Elon Musk darf in den USA ein Breitbandnetz mithilfe von Satelliten aufbauen. Allerdings ist SpaceX in diesem Bereich ein Nachzügler.

Elon Musk darf in den USA ein Breitbandnetz mithilfe von Satelliten aufbauen. Allerdings ist SpaceX in diesem Bereich ein Nachzügler.


Das Unternehmen SpaceX des amerikanischen Milliardärs Elon Musk darf in den USA ein Breitbandnetz mithilfe von Satelliten aufbauen. Die Aufsichtsbehörde FCC billigte am Mittwoch einen entsprechenden Antrag. FCC-Chef Ajit Pai erklärte, die Satellitentechnik könne dort nützlich sein, wo Bürger per Glasfaserkabel oder Mobilfunk nicht erreicht werden könnten. Die Genehmigung gilt auch für Gebiete außerhalb der USA.

Im vergangenen Jahr hatte die FCC bereits für ähnliche Projekte der Firmen OneWeb, Space Norway und Telesat ihr Okay gegeben. So darf OneWeb 720 Satelliten betreiben, Telestat 117 und Space Norway zwei. Mit seinem Breitbandausbau-Programm ist SpaceX also ein Nachzügler.

Ajit Pai begründete die Genehmigung auch im Hinblick auf ihr Potenzial, die Spaltung der USA beim Internetzugang reduzieren zu können. Die Regulierer tragen mit ihrer Genehmigung den Forderungen von US-Politikern nach einer besseren Internetversorgung auf dem Land Rechnung. So sieht auch Donald Trumps Infrastrukturpaket die Förderung des Breitbandausbaus vor – genauso wie Straßen und Brücken.


Musk ist unter anderem Chef des Elektroautobauers Tesla. SpaceX hatte in diesem Monat mit der Falcon Heavy die weltweit leistungsstärkste Rakete ins All geschickt. Der Start war ein wichtiger Meilenstein für Musks Unternehmen, um Aufträge der US-Weltraumbehörde Nasa, der Streitkräfte und von Satellitenunternehmen zu bekommen.

Der Einstieg ins Breitband-Geschäft diversifiziert die ohnehin schon breit angelegten Geschäftsfelder von Elon Musk. Dabei verkauft Musk nicht nur Elektroautos und Batterien, sondern auch Kurioses – beispielsweise Flammenwerfer und Hüte, mit denen er seine Bohrfirma The Boring Company zuletzt querfinanzierte. Gut 20.000 Flammenwerfer verkaufte der Weltraum-Pionier binnen fünf Tagen.

Im Vergleich zum Vorhaben der Boring Company, deren Geschäftsmodell der Bau unterirdischer Tunnel für Städte wie Los Angeles ist oder seiner Firma Neuralink, die zum Ziel hat, Robotertechnologie und menschliche Gehirne zu verbinden, mutet das nun angepeilte Breitband-Geschäft geradezu geerdet und konservativ an.

Die ersten Tests für das Breitband-Projekt sollen am 17. Februar beginnen. Dann plant SpaceX, die beiden Satelliten Microsat 2a und Microsat 2b an den Start zu bringen. Diese sollen Breitband-Antennen testen, die für das Gelingen des Projekts entscheidend sind. Das zeigen Dokumente, die SpaceX den Regulierern von FCC zukommen ließ und die Bloomberg vorliegen. Der Start der Satellitenraketen soll in Kalifornien erfolgen.


Allerdings ist die Genehmigung für die Breitband-Satelliten nur ein erster Schritt für Musk und seine Firmen. Damit die Technologie kommerziell etabliert werden kann, muss die FCC weitere Genehmigungen erteilen. So muss sichergestellt sein, dass Musks Satelliten nicht mit anderen Objekten im Weltraum kollidieren.

Für Musks Pläne zur kommerziellen Nutzung des Weltraums ist die Genehmigung ein wichtiger Schritt: Diese soll Einnahmen für die Besiedlung vom Mars generieren. Auch soll das so erlangte Wissen für die Besiedlung des roten Planeten genutzt werden.