Internet-Bestellungen: Werden die Paket-Massen künftig noch zu stemmen sein?

Die Paketdienste stehen in Deutschland vor großen Herausforderungen. (Bild: ddp)

Die Deutschen bestellen immer mehr Waren im Internet – und wollen diese auch immer schneller zugestellt bekommen. Doch was bedeutet dieser Trend für DHL, Hermes oder UPS? Ein Ausblick, wie die Zustellungen der Zukunft aussehen könnten.

Bereits im Dezember hatten Paketdienste eine Warnung für Deutschland ausgesprochen. Man sei sich nicht sicher, ob man die Zustellung von durchschnittlich 15 Millionen Pakete täglich vor Weihnachten garantieren könne, hieß es beispielsweise vom Deutschen Speditions- und Logistikerverband (DSLV). Das befürchtete Chaos blieb aus, doch angespannt ist die Lage trotzdem. Kein Wunder: Immer mehr Deutsche bestellen online – dabei sollen die Waren schnellstmöglich ausgeliefert werden. Diese Herausforderung wird in den nächsten Jahren noch größer werden: Im Jahr 2025 werden rund fünf Milliarden Pakete jährlich in Deutschland verschickt, sagen die Mitarbeiter der Unternehmensberatung McKinsey voraus. Das wären „faz.net“ zufolge fast doppelt so viele wie heute.

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Um diesen Massen Herr werden zu können, müssen die Unternehmen umdenken. Die Hamburger Unternehmensberatung MRU beispielsweise geht laut „faz.net“ davon aus, dass die Branche künftig auf sogenannte Micro-Depots setzen wird – kleine, dezentrale Verteilzentren in den einzelnen Stadtteilen.

UPS und die Stadt Hamburg haben schon 2015 ein zweijähriges Modellprojekt gestartet, um Verkehrsaufkommen und die Abgas-Emissionen durch die Paketzustellung in der Innenstadt zu verringern. UPS positionierte dafür Container als Zwischenlager, die Zusteller lieferten die Pakete zu Fuß, mit dem Lastenfahrrad oder elektrisch betriebenen Fahrrädern aus.

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Eine weitere Alternative könnten die von Amazon und DHL favorisierten Paketautomaten sein: Statt der Lieferung an die Wohn- oder Geschäftsadresse kann die DHL-Packstation oder eine Amazon Locker-Abholstation als Lieferadresse ausgewählt werden. Wie „faz.net“ weiter berichtet, könnten auch Paketkästen – ähnlich wie Briefkästen – vor Privat- und Mietshäusern eine alternative Lösung sein. Das Problem hierbei sei allerdings, dass alle Paketdienste in die gleichen Paketkästen einliefern müssten. Aufgrund der riesigen Paket-Massen seien futuristische Konzepte mit Drohnen oder Robotern übrigens keine realistische Zukunftsvision.

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