Interne Analyse: Was BMW am Model 3 von Tesla kritisiert — und mit seinem i4-Stromer besser machen will

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Neuer BMW i4 in der bis zu 225 km/ h schnellen Spitzenversion M50 an Stromladesäule
Neuer BMW i4 in der bis zu 225 km/ h schnellen Spitzenversion M50 an Stromladesäule

Auf seinen neuen Stromer i4 – als Typ M50 immerhin 400 kW/ 544 PS – stark, ist der Autohersteller BMW mächtig stolz. „Das viertürige Gran Coupé verbindet progressives Design mit herausragender Aerodynamik, elektrisierender Fahrdynamik, Komfort sowie hoher Reichweite dank außergewöhnlicher Effizienz“, heißt es in einer aktuellen Inhouse-Übersicht der Münchner mit der Überschrift „Product Highlights“.

Mehr noch, lobt die Verfasserin aus der BMW-Fachabteilung CB-32 in ihrer Einleitung: „Fahrfreude prägt den BMW i4 damit ebenso wie ein nachhaltiger Ansatz: Dazu gehört die Langzeitqualität mit acht Jahren Gewährleistung (bis maximal 160.000 km) für den Hochvoltspeicher ebenso wie eine ressourcenschonende Produktion“.

So weit, so werblich.

Ganz besonders interessant für Externe allerdings sind jene beiden Schlusskapitel der neunseitigen Broschüre, die sich mit dem „Wettbewerb“ beschäftigen und das „Fazit“ beinhalten. Kein Wunder, dass die gesamte „Verkaufsargumentation“ mit dem Hinweis „Nur für den internen Gebrauch“ gekennzeichnet ist. Das komplette BMW-Schreiben zum i4 liegt Business Insider vor.

Überaus aufschlussreich etwa im Hinblick auf die Zielrivalen des E-BMW sind diese Passagen: „Der neue BMW i4 tritt im Handel aktuell vornehmlich gegen das Tesla Model 3 als wichtigsten Wettbewerber an, der Polestar 2 aus dem chinesischen Geely-Konzern ist nur auf wenigen Märkten ein Wettbewerber.“ Und, mit freundlichem „Servus“ aus München nach Ingolstadt und Stuttgart: „Audi und Mercedes haben in dieser Fahrzeugklasse aktuell kein Angebot.“

Dann folgen Beispiele für Licht und Schatten beim US-Konkurrenten: „Die Fahrleistungen des Tesla Model 3 werden von den Medien ebenso gelobt wie das Fahrverhalten“, räumt BMW ein. Und fügt sogleich hinzu: „Deutliche Kritik ernten die umständliche Bedienung und die Verarbeitungsqualität.“ Auch der Autopilot sei umstritten. So biete Teslas Model 3 zwar ein „reduziertes Cockpit mit großem Display, über das die meisten Funktionen gesteuert werden“. Die Einschränkung folgt sogleich: „Der Blick dorthin lenkt allerdings stark vom Verkehrsgeschehen ab.“

 Screenshot zu Eckdaten von fünf E-Mobilen aus BMW-internem Konkurrenzcheck
Screenshot zu Eckdaten von fünf E-Mobilen aus BMW-internem Konkurrenzcheck

Dass BMW hier und auf anderen Feldern deutlich besser zu sein glaubt, geht aus den zehn zentralen Verkaufsargumenten im „Fazit“ hervor: Das „BMW iDrive mit BMW Curved Display und BMW Operating System 8 als neue Form der ergonomisch perfekten Fahrerorientierung“, wird dort ebenso gerühmt wie „zahlreiche Individualisierungsmöglichkeiten z. B. bei Rädern und Farben“. Bei Tesla, monieren auf möglichst zahlreiche Optionen erpichte Interessenten immer wieder, ist die Auswahl vergleichsweise arg limitiert.

Auch an Nerds, die nicht nur einem gängigen Klischee nach zu Teslas treuesten Fans zählen, hat der deutsche Premiumanbieter gedacht: „Digitale Dienste und modernste Assistenzsysteme steigern Sicherheit und Komfort, Remote Software Upgrade hält BMW i4 immer auf dem neusten Softwarestand“, heißt es aus dem Ressort CB-32.

Und: „Umfangreiche Lade-Serienausstattung und maßgeschneiderte Ladelösungen von BMW Charging für schnelles, komfortables und einfaches Laden. Überwachung und Steuerung von Ladevorgängen via My BMW App.“

Rund um Apple CarPlay wiederum lassen die Bayern wissen: „Sichere Nutzung der iPhone Apps während der Fahrt. Integration der Inhalte in BMW Head-Up Display und neu beim BMW i4 Apple Maps auch im Instrumentenkombi; außerdem Unterstützung des Apple Sprachassistenten – neu – ohne Betätigung des Push-to-talk-Buttons, einfach durch die Aktivierung per Sprachbefehl ‚Hey Siri’“.

Schön und gut, doch was ist dem Einsatz rarer Rohstoffe, die obendrein oftmals unter zutiefst prekären Bedingungen gewonnen werden? Dazu vermerkt das vertrauliche BMW-Vademekum schlicht: „Effizienter E-Antrieb der 5. Generation ohne Einsatz von Metallen Seltener Erden“.

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