Internationaler Vergleich: Wie viel Rundfunkbeitrag zahlen die Deutschen?

Wie viel Rundfunkgebühr zahlen die Deutschen im internationalen Vergleich? (Bild: ddp Images)

Über den Rundfunkbeitrag wird viel gestritten. Kritiker bezeichnen ihn als „Zwangsgebühr“ und wünschen sich, was nun in der Schweiz zur Abstimmung steht: seine Abschaffung. Wie viel die Deutschen im internationalen Vergleich eigentlich zahlen, zeigt ein Gutachten des Bundesfinanzministeriums.

Das im Dezember letzten Jahres veröffentlichte Gutachten, das vom Wissenschaftlichen Beirat des Bundesfinanzministeriums angefertigt wurde, beinhaltet detaillierte Zahlen zu den Rundfunkbeiträgen aus 31 verschiedenen Ländern.

Das Medien-Portal „MEEDIA“ hat die Daten nun ausgewertet und aufbereitet. Die Analyse zeigt, dass Deutschland im internationalen Vergleich tatsächlich relativ hohe Gesamtausgaben für den öffentlichen Rundfunk aufweist – es ist hier sogar der Spitzenreiter. Auch der deutsche Marktanteil der Öffentlich-Rechtlichen in Europa ist hierzulande relativ groß.

Dennoch zahlten die Deutschen im Jahr 2012 weniger als die Gebührenzahler in der Schweiz, in Norwegen, Dänemark, Finnland und Schweden. Der Rundfunkbeitrag lag damals noch bei 216 Euro pro Jahr, also bei monatlichen 17,98 Euro. Inzwischen liegt der Rundfunkbeitrag etwas niedriger bei 17,50 Euro pro Monat. Die Portugiesen zahlten mit 27 Euro im Jahr am wenigsten.

Die im Gutachten analysierten Länder finanzieren ihren öffentlichen Rundfunk auf unterschiedliche Weise, meistens aber über Gebühren, Steuern oder Werbung.
In Spanien wird jedoch anders als in anderen Ländern eine Steuer auf Medien- und Telekommunikationsunternehmen erhoben. Die öffentlichen Sender in den USA wiederum werden hauptsächlich über Spenden finanziert. Deshalb belegt das Land in den Auswertungen auch den letzten Platz.

Die Kritik an den deutschen Rundfunkgebühren hält sich weiterhin stark. Erst kürzlich diskutierten die Gäste bei „Maischberger“ unter anderem die Frage: „Wozu brauchen wir noch ARD und ZDF?“ Thomas Gottschalk kritisierte dort vor allem die „Lobbyisten im Rundfunkrat“, Pro-Sieben-Gründer Georg Kofler sprach von Chancenungleichheit privater Sender und Beatrix von Storch von der AfD beschwerte sich wie gewohnt über die „einseitige und parteiische“ Berichterstattung von ARD und ZDF. Nur WDR-Intendant Tom Buhrow verteidigte die Rundfunkbeiträge. Das Programm der ARD könne sich sehen lassen und mit den Gebührengeldern würde sehr viel geleistet.

In der Schweiz haben die Gegner des Rundfunkbeitrags gerade einen Volksentscheid durchgesetzt. Die Schweizer sollen nun am 4. März über eine Abschaffung abstimmen.