Internationale Vermittler mahnen nach ETA-Ende Aussöhnung an

Graffito mit ETA-Logo: Eine Axt mit Schlange

Nach der Auflösung der baskischen Untergrundorganisation ETA haben Internationale Vermittler Schritte zur Aussöhnung angemahnt. Die Teilnehmer einer Friedenskonferenz im französischen Baskenland riefen die früheren Untergrundkämpfer und die spanische Zentralregierung am Freitag zur Zusammenarbeit auf. Regierungschef Mariano Rajoy bekräftigte in Madrid, es werde keine Amnestie für frühere ETA-Kämpfer geben.

An der Friedenskonferenz im südwestfranzösischen Cambo-les-Bains nahmen unter anderem der ehemalige Vorsitzende der irischen Sinn-Fein-Partei, Gerry Adams, sowie Vertreter der Zivilgesellschaft und mehrerer spanischer Parteien teil. "Rache ist keine Lösung", betonte Adams mit Blick auf vier Jahrzehnte des bewaffneten Kampfes im Baskenland mit mehr als 800 Todesopfern und tausenden Verletzten.

Der südafrikanische Anwalt Brian Currin betonte die Notwendigkeit zur Versöhnung: Die ETA habe mit ihrer Auflösung "ihr Engagement zur Teilnahme am demokratischen Prozess" bekundet, betonte er.

Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy blieb dagegen unversöhnlich und bekräftigte, es werde keine Straffreiheit für die ETA geben. "Die spanische Demokratie hat die ETA besiegt", betonte Rajoy. Zugleich rief er die Gesellschaft auf, die Erinnerung an die Opfer wach zu halten.

Die Europäische Kommission begrüßte die Auflösung der Untergrundorganisation. "In der EU ist kein Platz für Terrorismus, Waffen und Gewehre", betonte eine Sprecherin. Die ETA hatte am Donnerstag das Ende ihrer "politischen Aktivitäten" bekannt gegeben, nachdem sie sich bereits im vergangenen Jahr entwaffnet hatte. Zuvor hatte sie jahrzehntelang für die Unabhängigkeit des Baskenlandes gekämpft.