Internationale Pressestimmen zu den ersten WM-Viertelfinals: "Neymar war ein Schatten seiner selbst"

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Internationale Pressestimmen zu den ersten WM-Viertelfinals: "Neymar war ein Schatten seiner selbst"

Frankreich und Belgien schafften den Sprung ins WM-Halbfinale. Rekordweltmeister Brasilien dagegen scheiterte erneut, Neymar blieb blass. Die Stimmen.

Belgien feiert, Brasilien trauert: Nach dem 2:1 der Roten Teufel im WM-Viertelfinale gegen die Selecao waren die Medien im Land des Rekord-Champions untröstlich. O Globo erinnerte aber auch an einen Unterschied zum Jahr 2014, als der Gastgeber im Halbfinale 1:7 gegen Deutschland verlor: "Anders als 2014 stürzt das Team aufrecht." 

In Belgien, so schrieb das Grenzecho, bringen "die Rote Teufel alle zum Ausrasten". Die goldene Generation sei erwachsen und "der Stolz einer ganzen Generation".

Die Franzosen feierten nach dem 2:0 gegen Uruguay das "Meisterstück" ihres jungen Teams. Le Parisien jubelte: "Das französische Team hat das Tor zum Paradies geöffnet."

In Uruguay überwog dagegen der Stolz auf das Erreichte. Republica schrieb: "Frankreich machte dem Celeste-Traum ein Ende. Uruguay zeigte, dass es nicht nur eine gute Gegenwart, sondern auch eine sehr gute Zukunft hat." 

Pressestimmen zu Uruguay - Frankreich (0:2)

FRANKREICH: "Jetzt kommt das Rendezvous mit Belgien"

L'Equipe: "Diabolisch! Les Bleus lassen Uruguay keine Chance. Sie mussten leiden und ihre Zähne zusammenbeißen. Didier Deschamps gegen Thierry Henry, im WM-Halbfinale?  Es wird die nächsten drei Tage dauern, um sich an diese Idee zu gewöhnen."

Le Parisien: "Les Bleus sind ein wenig näher an den Sternen. Das französische Team hat das Tor zum Paradies geöffnet. Es wird versuchen, ein neues Stück Ewigkeit gegen Belgien zu ergattern."

Liberation: "Les Bleus im Halbfinale, ohne zu zittern! Sie bestehen ihre Meisterprüfung. Jetzt kommt das Rendezvous mit Belgien."

Ouest France: "Der Wind legt zu. Das Abenteuer dieser Mannschaft nimmt Form an. Sie scheint in der Lage zu sein, bis zum Ende zu gehen. Dieses Viertelfinale war der entscheidende Schritt."

URUGUAY: "Wir weinen aufrecht"

El Pais: "Gracias, muchachos! Der Traum, Weltmeister zu werden, ist zu Ende. Aber wir wissen, dass ohne diese Spieler, ohne diesen Trainerstab wir erst gar nicht träumen könnten. Wir weinen aufrecht."

El Observador: "Die Illusion ist uns aus den Händen gerutscht. Ohne Cavani, ohne Kraftreserven, mit einem entscheidenden Fehler von Muslera, stand Uruguay gegen ein übermächtiges Frankreich auf verlorenem Posten."

Republica: "Frankreich machte dem Celeste-Traum ein Ende. Uruguay zeigte, dass es nicht nur eine gute Gegenwart, sondern auch eine sehr gute Zukunft hat, weil bei der WM neue Figuren in Erscheinung traten."

SPANIEN: "Muslera singt La Marseillaise beim Schuss von Griezmann"

Marca: "Frankreich setzt Uruguay Schachmatt. Die Franzosen zerstörten die Zementfabrik von Tabarez. Muslera singt La Marseillaise beim Schuss von Griezmann. Deschamps' Jungs sind nur noch zwei Schritte vom Paradies entfernt."

AS: "Es kann die Weltmeisterschaft von Frankreich werden, allerdings ohne großen Glanz. Muslera serviert Frankreich mit seinem Riesenpatzer den Sieg auf dem Tablett."

Sport: "Frankreich ist mit aller Gerechtigkeit im Halbfinale. Die Überlegenheit Frankreichs war evident, allerdings auch ohne viele Torchancen zu erarbeiten. Ihnen reichte eine Standardsituation und ein grober Schnitzer von Muslera."

El Mundo Deportivo: "Frankreich qualifiziert sich im Uruguay-Stil. Les Bleus müssen im Halbfinale zulegen, denn dieses Mal spielten sie auf Sparflamme."


Pressestimmen zu Brasilien - Belgien (1:2)

BRASILIEN: "Fernandinho und Paulinho schrieben Fußball klein"

O Globo: "Die Niederlage war eine schmerzhafte Lektion: Niemand ist unschlagbar. In den ersten 15 Minuten entschieden Glück und Pech gegen die Selecao. Aber anders als 2014 stürzt das Team aufrecht."

Folha de Sao Paulo: "Taktische Rebellion besiegt Ausgeglichenheit. Lukaku, Hazard und De Bruyne spielten mit Brasilien im ersten Durchgang Katz und Maus. Neymar tritt von der WM ab, ohne zu verzaubern."

Estado de Sao Paulo: "Brasilien ist ein gewöhnliches Team, aber die Arbeit darf nicht auf den Müll geworfen werden. Neymar und das ganze Team müssen aus den Rückschlägen bei den WM-Turnieren lernen. Und das sind nun schon zwei seit 2014."

Zero Hora: "Adeus, WM. Belgien hatte einen Plan. Bei Brasilien waren Willian und Gabriel Jesus unwirksam, Fernandinho und Paulinho schrieben Fußball klein. Und zu allem Überfluss fehlte dem Team von Tite auch noch das Quäntchen Glück."

Correio Braziliense: "Belgiens Generation beendete den Traum vom Hexa mit einem brillanten Auftritt im ersten Durchgang. Die WM hat nur noch Vertreter aus Europa. Der Fluch der Arena Kasan mähte den nächsten: Nach Deutschland und Argentinien traf es nun Brasilien."

Estado de Minas: "Im ersten Durchgang fand Brasilien nicht zu seinem Spiel und musste teuer dafür bezahlen. Die Reaktion kam zu spät. Neymar muss nun sein Verhalten überdenken."


BELGIEN: "Jetzt rasten alle komplett aus"

Grenzecho: "Rote Teufel bringen alle zum Ausrasten. Die goldene Generation ist erwachsen - der Stolz einer ganzen Generation. De Bruyne schießt ein ganzes Land ins Glück."

Het Laatste Nieuws: "Jetzt rasten alle komplett aus! Die Red Devils schicken Neymar und Brasilien nach einer epischen Party zurück nach Hause. Und jetzt wartet Frankreich im Halbfinale!"

De Morgen: "Sie können es tun. Martinez kann es schaffen. Mach dich bereit für die Gelegenheit, erreiche das Maximum und zeige die Intelligenz, die stärkste Fußballmannschaft der Welt zu schlagen. In Kasan hat die goldene belgische Generation die Welt endgültig für sich gewonnen."

De Standaard: "Ein Spiel, das man nie vergessen wird. Wer Brasilien schlägt, braucht vor niemandem mehr Angst zu haben."

ARGENTINIEN: "Die WM der Stars ohne Glanz"

Ole: "Der Hexa kann warten. Der Papst ist nicht auf unserer, aber auch nicht auf eurer Seite. Raus, Brasilien. Was wollt ihr, das wir sagen? Wir werden nicht traurig sein, dass ihr ausgeschieden seid. Aber wenn wir schon nicht den Pokal holen, dann wollen wir auch nicht, dass ihr ihn holt."

Clarin: "Die WM der Stars ohne Glanz. Neymar war ein Schatten seiner selbst in der Partie, in der ihn die Selecao am meisten brauchte."

La Nacion: "Noch sechs Partien und neun WM-Tage, aber eines ist schon jetzt sicher: Der Weltmeister kommt aus Europa. Neymar verlässt die WM, ohne sich den Platz anzueignen, den Lionel Messi und Cristiano Ronaldo vakant gelassen haben."