Internationale Kritik am Flugstopp in Argentinien bis September

BUENOS AIRES (dpa-AFX) - Das weitgehende Verbot von kommerziellen Flügen in, nach und aus Argentinien wegen der Corona-Krise ist auf internationale Kritik gestoßen. "Argentinien braucht Luftverkehr für eine Vielzahl von wirtschaftlichen Aktivitäten", hieß es in einer am Montag (Ortszeit) veröffentlichten Stellungnahme des Internationalen Luftverkehrsverbands (IATA) und des Internationalen Rats der Flughäfen (ACI). "Der Reise- und Tourismussektor trägt alleine zehn Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei und schafft 9,4 Prozent der Arbeitsplätze."

Angesichts der Corona-Pandemie hatte die argentinische Regierung bereits Mitte März die Grenzen geschlossen und bis auf Rückholflüge den Luftverkehr weitgehend gestoppt. Nun untersagte die Luftfahrtbehörde zudem den Verkauf von Tickets für Flüge bis zum 1. September. Offenbar hatten einige Fluggesellschaften weiterhin Tickets für Flüge in den kommenden Monaten verkauft, für die keine Ausnahmegenehmigungen vorlagen. Mit der Resolution machte die Luftfahrtbehörde nun deutlich, dass es vor September keinen regulären Flugverkehr in Argentinien geben dürfte.

"Wir verstehen, dass sich die Regierung in einer schwierigen Lage befindet und dass ihre oberste Priorität die Gesundheit der Bevölkerung ist", hieß es in der IATA-Erklärung. Die Organisation arbeite an einem Plan gemäß den strengen Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation, um den internationalen Luftverkehr schrittweise wieder aufzunehmen. "Wenn die Resolution so umgesetzt wird, werden viele Unternehmen der Branche nicht überleben."