Intensivmediziner-Funktionär rät zur Geduld bei Impfungen

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BERLIN (dpa-AFX) - Der Chef der Intensivmediziner-Vereinigung DIVI, Uwe Janssens, hat mehr Geduld gefordert bei der Umsetzung der Impfungen. "Wir müssen jetzt ein bisschen Geduld haben. Wir können jetzt nichts vom Zaun brechen. Wir haben jetzt wirklich in Windeseile einen Impfstoff auf dem Markt, der sogar wirkt. Das ist sensationell", sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), dem RTL-"Nachtjournal". "Lassen wir uns das jetzt doch nicht kaputtreden von der Politik, die meint, es müsste jetzt noch schneller gehen. Ich bin wirklich super zufrieden, dass es jetzt so ist. Wir freuen uns auf 2021, aber es wird halt dauern bis die Wirkung voll durchschlägt."

Er wies darauf hin, dass noch ungeklärt ist, ob nach einer Impfung das Virus noch übertragen werden kann. "Das ist noch nicht letztendlich geklärt. Deshalb gilt für die nächsten Monate weiter: Abstand halten, Mund-Nasen-Bedeckung tragen ... auch, wenn man geimpft ist."

Janssens warnte vor Forderungen, den Impfstoff in Lizenz von anderen Pharmafirmen produzieren zu lassen. "Ich halte das für kontraproduktiv", sagte er und nannte namentlich FDP-Chef Christian Lindner. Auch die Linkspartei hatte Ähnliches gefordert. Es sei ein biotechnisch komplizierter Prozess. "Ich würde jetzt keine Schnellschüsse machen und einfach sagen, wir konstruieren jetzt den Impfstoff zackzack irgendwo anders. Ich würde darauf vertrauen, dass das gründlich weiter gemacht wird. Denn sonst sind doch die ersten Impfgegner wieder am Start und sagen, das ist doch gar nicht mehr der richtige Impfstoff. Und dann haben wir eine Riesen-Diskussion."