Intel warnt vor "unvorhersehbaren" Problemen durch Chip-Updates

Computer processors by US technology company Intel are pictured on January 5, 2018 in Paris.As tech giants race against the clock to fix major security flaws in microprocessors, many users are wondering what lurks behind unsettling names like "Spectre" or "Meltdown" and what can be done about this latest IT scare

Der US-Chipriese Intel hat vor "unvorhersehbaren" Problemen durch Updates gewarnt, die die jüngst bekannt gewordene Sicherheitslücke in Millionen Computerprozessoren weltweit stopfen sollen. Die Updates könnten bei einigen Prozessortypen zu einer höheren Zahl an Computerneustarts und anderem unberechenbaren Verhalten der Rechner führen, erklärte Intel-Manager Navin Shenoy am Montag in eine Blogeintrag. Intel riet Computerherstellern, Anbietern von Cloud-Diensten, Softwareherstellern und Nutzern, die gegenwärtigen Updateversionen nicht aufzuspielen.

Weitere Details über künftige Updates würden im Verlauf der Woche erwartet, teilte Intel mit. "Wir rufen unsere Partner in der Industrie auf, ihre Anstrengungen auf frühere Update-Versionen zu konzentrieren, so dass wir die Veröffentlichung beschleunigen können", schrieb Shenoy.

Anfang Januar war bekannt geworden, dass zahlreiche Prozessoren von Intel sowie auch Chips der Hersteller AMD und ARM von der Schwachstelle betroffen sind. Dadurch ist es möglich, sensible Informationen wie etwa Passwörter, Verschlüsselungen oder Daten aus Programmen auszulesen. Intel erklärte daraufhin, es arbeite gemeinsam mit AMD und ARM daran, einen industrieweiten Ansatz zur schnellen und konstruktiven Lösung des Problems zu entwickeln.

Nach der Entdeckung der massiven Sicherheitslücke und angesichts möglicher Sammelklagen war Konzernchef Brian Krzanich vor der Eröffnung der Elektronikmesse CES in Las Vegas zunächst in die Offensive gegangen. Bislang deute nichts darauf hin, dass es durch die Schwachstellen zu Datenverlust gekommen sei, erklärte er. Die Auswirkungen seien durch eine "bemerkenswerte" Zusammenarbeit in der Technologiebranche eingegrenzt worden.

Sicherheitsexperten befürchten indes, dass ungeachtet funktionsfähiger Updates noch längere Zeit verwundbare Systeme im Umlauf sein könnten - etwa weil nicht alle Rechner oder Smartphones mit aktuellen Betriebssystem-Versionen ausgestattet seien.