Intel profitiert von Geschäft mit Rechenzentren


Zahlreiche Firmen veröffentlichen dieser Tage ihre aktuelle Quartalsbilanz. Während einige Firmen von der stärkeren US-Wirtschaft profitieren und erfreuliche Zahlen vorlegen können, haben andere mit zunehmender Digitalisierung und abkühlendem Wachstum in bestimmten Märkten zu kämpfen. Es folgt in Kurzform ein Überblick über wichtige Unternehmenszahlen vom Donnerstag.

Intel

Der US-Chiphersteller Intel hat dank florierender Geschäfte mit Rechenzentren seinen Gewinn und Umsatz gesteigert. Im zweiten Quartal kletterte der Überschuss auf 5,01 Milliarden Dollar von 2,81 Milliarden Dollar im gleichen Vorjahreszeitraum, wie der AMD-Rivale am Donnerstag nach Börsenschluss mitteilte.

Der Nettoumsatz erhöhte sich um 14,9 Prozent auf 16,96 Milliarden Dollar. Die Erlöse im Geschäft mit Rechenzentren legten um 26,9 Prozent auf 5,55 Milliarden Dollar zu. Analysten hatten mit 5,63 Milliarden Dollar allerdings mehr erwartet. Die Intel-Aktie sackte nachbörslich um drei Prozent ab.


Der Chef des Chipherstellers war Ende Juni wegen einer Beziehung mit einer Person aus der Belegschaft überraschend von seinem Posten zurückgetreten. Das inzwischen beendete Verhältnis von Brian Krzanich verstieß gegen interne Regeln. Das Spitzenamt übernahm Finanzchef Robert Swan kommissarisch. Der Konzern sucht nach einer dauerhaften Lösung.

Starbucks

Die US-Café-Kette Starbucks ist im dritten Quartal des Geschäftsjahres kaum aus eigener Kraft gewachsen. Dank eines Zukaufs in China, neuer Läden und positiver Effekte infolge des zu einigen Währungen schwachen US-Dollars legte der Umsatz allerdings um 11 Prozent auf 6,3 Milliarden Dollar zu, wie das Unternehmen am Donnerstag in Seattle mitteilte.

Das sogenannte organische Wachstum - also ohne Zukäufe, neue Cafés und Währungseffekte - habe 1 Prozent betragen. Der operative Gewinn ging leicht auf 1,04 Milliarden Dollar zurück.

Amgen

Der weltweit größte Biotechkonzern Amgen hat im zweiten Quartal von einer hohen Nachfrage nach erst vor kurzem gestarteten Medikamenten profitiert. So legte der Umsatz des Cholesterin-Mittels Repatha, einem der größten Hoffnungsträger des Unternehmens, um 78 Prozent auf 148 Millionen Dollar zu. Aber auch andere neue Mittel konnten zweistellig zulegen und damit die Rückgänge bei schon älteren Produkten kompensieren.


Insgesamt legte der Umsatz um vier Prozent auf 6,1 Milliarden Dollar (5,24 Milliarden Euro) zu, wie das Unternehmen in Thousand Oaks mitteilte. Der Gewinn zog um sieben Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar an. Damit übertraf Amgen die Erwartungen der Experten leicht. Zudem erhöhte das Unternehmen die Prognosen für das laufende Jahr. Die Aktie legte nachbörslich zu und näherte sich damit wieder dem Ende Januar erreichten Rekordhoch von 201,23 Dollar.

Amgen ist einer der ältesten der sogenannten Biotechnologie-Unternehmen in der Pharmabranche. Die Biotechnik beschäftigt sich mit Nutzung von Enzymen, Zellen und ganzen Organismen. Der Börsenwert liegt nach einem jahrelang anhaltenden Höhenflug der Aktie bei rund 126 Milliarden Dollar.

American Airlines

Hohe Kerosin-Preise kosten Amerikas nach der Passagierenzahl größte Fluggesellschaft Gewinn. Der Überschuss fiel um 34,5 Prozent auf 566 Millionen Dollar.

Spotify

Der weltgrößte Musikstreaming-Dienst hat in den letzten drei Monaten seinen Kundenstamm auf nunmehr 83 Millionen ausgeweitet. Ende März waren es noch 75 Millionen. Der Umsatz legte im zweiten Quartal um 26 Prozent auf 1,27 Milliarden Euro zu.

Allergan

Dank Botox hat der US-Pharmakonzern seinen Verlust eingedämmt. Unter dem Strich belief sich das Minus im zweiten Quartal auf 472,5 Millionen Dollar nach 795,5 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Der Umsatz legte 2,9 Prozent auf 4,12 Milliarden Dollar zu.

L'Oreal

Dank einer großen Nachfrage in Asien und der Edelkosmetiksparte mit Marken wie Lancome hat der französische Konzern im ersten Halbjahr seinen Betriebsgewinn um 1,8 Prozent auf 2,58 Milliarden Euro gesteigert. Der bereinigte Umsatz legte um 6,6 Prozent zu.

Carrefour

Der französische Supermarktkonzern hat im ersten Halbjahr den Betriebsgewinn um 5,8 Prozent auf 597 Millionen Euro gesteigert. Dabei half das internationale Geschäft über eine Schwäche auf dem Heimatmarkt hinweg, wo der Gewinn um fast 45 Prozent einbrach.

Saint-Gobain

Der französische Bauzulieferer hat nach einer Gewinnsteigerung seine Strategie bestätigt, wonach er sich von Firmenteilen außerhalb des Kerngeschäfts trennen will und zugleich nach Übernahmekandidaten Ausschau hält. Der Betriebsgewinn stieg im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,3 Prozent auf 1,47 Milliarden Euro.

Kering

Der Gucci-Mutterkonzern schreibt für das erste Halbjahr einen überraschend hohen Betriebsgewinn. Er stieg bereinigt um 53 Prozent auf 1,77 Milliarden Euro. Besonders die Modemarke Gucci wuchs mit über 40 Prozent rasant.

Xerox

Die zunehmende Digitalisierung macht dem Druckerhersteller zu schaffen. Der Umsatz fiel im zweiten Quartal um gut zwei Prozent auf 2,51 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn schrumpfte auf 112 Millionen Dollar von zuvor 166 Millionen Euro. Hier schlugen Kosten für die jüngst abgeblasene sechs Milliarden Dollar schwere Fusion mit dem japanischen Unternehmen Fujifilm zu Buche.

Nomura

Ein schwächelnder Aktien- und Anleihenhandel hat der größten japanischen Investmentbank das schlechteste Quartal seit mehr als zwei Jahren beschert. Der Nettogewinn brach um 91 Prozent auf umgerechnet 40 Millionen Euro ein.