"Bei Integration nur über Flüchtlinge zu sprechen, ist zu kurz gegriffen"

David Ehl
Serap Güler ist Staatssekretärin für Integration in NRW

Serap Güler will NRW zurück an die Spitze bringen.

Sie ist eine der einflussreichsten CDU-Politikerinnen mit Migrationshintergrund – und in dem Bundesland für Fragen der Integration verantwortlich. 

Über das Thema wird in Deutschland vor allem dann gesprochen, wenn die Integration von Migranten gescheitert ist. Häufig dann, wenn Menschen zu Schaden gekommen sind. Die Kölner Silvesternacht war nur ein Beispiel seit Beginn der großen Flüchtlingsbewegung im Jahr 2015.

Seitdem ist in puncto Integration viel passiert – aber viele Herausforderungen sind geblieben, wie das Beispiel der Essener Tafel zeigt.

Köln und Essen liegen beide in Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten Bundesland. Jeder vierte Einwohner Deutschlands mit Migrationsgeschichte lebt dort – insgesamt rund 4,9 Millionen.

Sie zu integrieren, ist der Job von Serap Güler: Ein großer Punkt auf ihrer To-Do-Liste ist unter anderem die “Integrationsstrategie 2030”, in der Experten aus verschiedenen Gebieten konkrete Ziele vereinbaren sollen.

Wir haben Güler nach ihren Plänen und Ideen gefragt.

Lest hier das Interview:

Frau Güler, wer soll eigentlich integriert werden?

Serap Güler: Das ist eine gute Frage. Wenn man über Integration spricht, meint man in den letzten 2 Jahren vor allem die Gruppe der Flüchtlinge. Das ist natürlich viel zu kurz gegriffen, denn wir sehen bei den alteingesessenen Menschen mit Einwanderungsgeschichte auch nach wie vor Herausforderungen.

Von Integrationsmaßnahmen profitieren nicht nur Menschen mit Einwanderungsgeschichte. Ein Beispiel: Wenn Sie die Sprachförderung für Vorschulkinder nehmen, profitieren davon natürlich nicht nur Kinder mit Migrationsgeschichte, sondern auch andere. Damit meine ich autochthone Deutsche, die Sprachprobleme haben. 

Manche sind mit...

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