Integration: Berlins Häftlinge sollen Deutschkurse bekommen

Das Gefängnis Heidering bei Großbeeren (Brandenburg)

Berlin.  Berlins Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) schlägt Alarm. Im Interview mit der Berliner Morgenpost sagte er, dass immer weniger Gefangene in den Berliner Justizvollzugsanstalten Deutsch sprechen würden. "Wenn man den Gefangenen nicht mal den Tagesablauf erklären kann, macht das den Haftalltag kompliziert", so Behrendt. Auch aus diesem Grund soll im Herbst dieses Jahres ein Internetpilotprojekt zum Erlernen von Sprachen in der Justizvollzugsanstalt Heidering in Großbeeren (Teltow-Fläming) starten. "Ich verspreche mir viel von IT-gestützten Sprachlernprogrammen", sagte Behrendt. In der JVA Heidering sollen Häftlinge selbstständig Bildungs- und Medienangebote im Internet nutzen können.

Der Vorstoß geht auf einen Antrag der rot-schwarzen Koalition im Rechtsausschuss aus dem vergangenen Jahr zurück. Das Pilotprojekt "Resozialisierung durch Digitalisierung" sorgte damals bereits kurz nach Bekanntwerden deutschlandweit für Schlagzeilen. Denn wer in einem deutschen Gefängnis einsitzt, ist meist offline. Sollte das Berliner Pilotprojekt erfolgreich sein, könnte sich das ändern. Gefangene könnten dann Zugriff auf ausgewählte Internetseiten bekommen. In Hamburg gibt es bereits einen ähnlichen Antrag der FDP-Fraktion, der sich am Berliner Modellprojekt orientiert.

Neben immer schlechteren Deutschkenntnissen registriere man auch eine zunehmende Zahl von Islamisten in den Anstalten, sagte Behrendt weiter. Anfang dieses Jahres waren es 34. Auch künftig wolle man die Islamisten getrennt vonei...

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