Insel Manus: Papua-Neuguinea will australisches Flüchtlingslager räumen

Bis zum 12. November will Papua-Neuguinea das australische Flüchtlingscamp auf der Insel Manus definitiv räumen. Das berichten mehrere Quellen vor Ort.

Das Manus-Camp wurde am 31. Oktober offiziell geschlossen. Es wurde vom Obersten Gericht Papua-Neuguineas als verfassungswidrig erklärt.

Hunderte Migranten wollen das Gelände aus Angst vor der örtlichen Bevölkerung aber nicht verlassen. Seit über zehn Tagen harren sie ohne Strom, Wasser und Lebensmitteln aus. Die humanitäre Lage wird immer schlimmer, berichten Augenzeugen.

Die Asylsuchenden kommen aus Afghanistan, Myanmar, Iran, Pakistan, Sri Lanka oder Syrien. Sie sollen in Transitzentren umgesiedelt werden. Bei weiterem Widerstand droht den Menschen im Lager die Haft in einem Militärstützpunkt. Einige haben dem Druck der Behörden bereits nachgegeben und die Insel verlassen.

Die amtierende Premierministerin Australiens, Julie Bishop, sagte am Samstag: “Diejenigen, die keine Flüchtlinge sind, die keinen Schutz brauchen, sollten nach Hause gehen.”

Australiens Einwanderungspolitik umstritten

Etwa 200 Menschen haben in Sydney gegen Australiens umstrittenen Umgang mit den Migranten demonstriert. Es kam zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Bei dem Flüchtlingslager auf Manus handelt es sich um eines von zwei Camps vor der Küste Australiens, in denen die australischen Behörden Flüchtlinge unterbringen, die das Land per Boot erreichen wollen. Australien zahlte dem Inselstaat dafür Geld.

Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International kritisieren immer wieder die verheerenden Zustände in den Lagern. Sie warnen vor möglichen Todesfällen, sollte das Camp auf Manus mit Gewalt geräumt werden.

URGENT: The current situation on #ManusIsland amounts to cruel, inhuman and degrading treatment: https://t.co/OPZFAppfFb pic.twitter.com/YCmwmhtHJ0— AmnestyInternational (@amnesty) 7 novembre 2017

Für weitere Informationen über das Flüchtlingscamp Manus, können sie sich diese Reportage anschauen: