Insektenplage: Stinkkäfer halten Japans Auto-Exporte auf

Die Marmorierte Baumwanze kam ursprünglich vor allem in Ostasien vor, ist nun jedoch auch in Nordamerika und Europa verbreitet. (Bild: AP Photo)

Mehrere Cargoschiffe aus Japan wurden in den Häfen Neuseelands abgewiesen. Der Grund: eine Insektenplage.

Einigen tausend Autos und Maschinen aus Japan wurde in den Häfen Neuseelands die Einfuhr verweigert. Die Schiffe, die die Fracht auf die Insel transportieren sollten, brachten nämlich auch Unmengen von Schädlingen mit sich. Wie „CNN Money“ mit Verweis auf die neuseeländischen Behörden berichtet, wurden an Bord von drei Frachtern Marmorierte Baumwanzen, umgangssprachlich auch „Stinkkäfer“ genannt, gefunden.

Die Wanzen gelten als gefährliche Schädlinge, die für massive Ernteeinbrüche sorgen können. Um die landeseigene Agrarkultur und Umwelt zu schützen, wurden deshalb drei Cargoschiffe mit über 10.000 Neu- und Gebrauchtwagen zurückgewiesen – und das, obwohl Neuseeland seit dem Produktionsstopp eigener Autos in den Neunzigern auf Importe angewiesen ist.

David Vinsen, Geschäftsführer der neuseeländischen „Imported Motor Vehicle Industry Association“ erklärte gegenüber „CNN Money“: „In meinen 15 Jahren in dieser Position und etwa 30 Jahren in dieser Industrie habe ich noch nie etwas so Bedenkliches gesehen.“ Das Ministerium für Primärindustrie erklärte in einer Stellungnahme, dass Neuseeland eine „beispiellose“ Steigerung der Zahlen von Stinkkäfern sehe, die mit Frachtern aus Japan auf die Insel kämen.

Mit Automarken wie Toyota, Nissan und Honda ist Japan der wichtigste Exporteur von Autos nach Neuseeland. (Symbolbild: Getty Images)

Um gegen dieses Problem vorzugehen, führte das Ministerium neue Sicherheitsmaßnahmen ein. Diese besagen, dass alle gebrauchten Fahrzeuge vor dem Export aus Japan inspiziert und gereinigt werden müssen. „Fast 95 Prozent der Gebrauchtwagen aus Japan durchlaufen bereits anerkannte Einrichtungen, die dazu da sind, die Risiken von Biosicherheits-Gefährdern wie Samen und wandernden Organismen wie dem asiatischen Schwammspinner zu beseitigen. Diese Anforderung gilt nun für alle Importe“, erklärt Ministeriums-Vertreter Paul Hallett.

Nun soll in einem der drei abgewiesenen Frachter versucht werden, die Insekten mit Insektizid-Neblern zu beseitigen. Sollte diese Prozedur nicht erfolgreich sein, müssen die Schiffe noch in diesem Monat samt ihrer Fracht nach Japan zurückkehren. Und schon jetzt wirkt sich dieser Zustand negativ auf die neuseeländische Wirtschaft aus: Wie David Vinsen berichtet, sind die Arbeiter, die sich normalerweise um die Abwicklung der ankommenden Importe kümmern, ohne Beschäftigung, und sorgen sich auf lange Sicht um ihre Jobs.

Fleisch, Milchprodukte und Früchte, deren Produktion von der Marmorierten Baumwanze bedroht wird, gehören jedoch zu den wichtigsten Exportgütern des Inselstaats. „Biosicherheit steht für uns an erster Stelle“, so CEO Vinsen gegenüber „CNN Money“. Wir müssen tun, was auch immer nötig ist, um sicherzustellen, dass wir unsere Agrarindustrie nicht einem solchen Risiko aussetzen.“