Innenministerium: Erste Hinweise auf Hackerangriff Mitte Dezember 2017

Erste Hinweise auf den Hackerangriff auf das Datennetz der Bundesregierung hat es nach Angaben des Bundesinnenministeriums Mitte Dezember 2017 gegeben. Daraufhin sei sofort im Nationalen Cyberabwehrzentrum eine entsprechende Arbeitseinheit gebildet worden, sagte ein Vertreter des Innenministeriums nach Angaben des Bundestag-Pressedienstes am Freitag im Bundestagsausschuss Verkehr und digitale Infrastruktur. Dieses Zentrum steht unter Aufsicht des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Anfang Januar 2018 habe es dann etwas belastbarere Ergebnisse dafür gegeben, dass der Anfangsverdacht sich erhärten könne, sagte der Ministeriumsvertreter demnach weiter. Mitte Januar hätten sich die Erkenntnisse dann verdichtet, ehe man Mitte Februar erste Pläne habe machen können, um den Angreifer einzugrenzen und technische Lösungen zu entwickeln, durch dieser gestoppt und ausgesperrt sowie die Systeme bereinigt werden können.

Der Behördenvertreter betonte vor dem Ausschuss, es sei wichtig zu erkennen, wie der Gegner arbeitet, um bei einer späteren Reinigung sicher sein zu können, das er nicht doch noch irgendwo verborgen sitzt. Daher sei entschieden worden, weiter zu beobachten. Aus diesem Grund sei auch das Parlament nicht früher informiert worden. An dieser Informationspolitik gab es auch am Freitag im Verkehrsausschuss erneut Kritik.

Durch die Presseberichte, die nicht vom Innenministerium initiiert worden seien, sei der Gegner informiert worden, kritisierte der Vertreter des Innenministeriums den Bundestagsangaben zufolge. Zwar sei das, was vom BSI und den Sicherheitsbehörden bis dahin erkannt worden sei, eingegrenzt und gereinigt worden. Es sei aber nicht auszuschließen, dass sich der Angreifer noch unerkannte Ausleitungswege geschaffen habe, die er nun unbemerkt löschen könne.

Insofern sei ein Schaden entstanden, weil die weitere Aufklärungsarbeit an dieser Stelle habe gestoppt werden müssen, bedauerte das Innenressort. Neben dem Verkehrsausschuss tagten am Freitag auch der Ausschuss Digitale Agenda sowie der Innenausschuss des Bundestages wegen des Hackerangriffs.