Innenministerium: Baukindergeld wird zu 50 000 Euro Eigenkapital

KIEL (dpa-AFX) - Familien mit geringem Einkommen können in Schleswig-Holstein seit dem 1. Dezember das Baukindergeld über zwei neue Förderprogramme in Eigenkapital von bis zu 50 000 Euro pro Kind ummünzen. Das Innenministerium habe die Programme für selbstgenutztes Wohneigentum mit der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) aufgelegt, teilte das Ministerium am Montag in Kiel mit. Sie gelten für Familien und Alleinerziehende mit Kindern, deren Einkommen innerhalb der Grenzen der Sozialen Wohnraumförderung liegen.

Das eine Förderprogramm - das IB.SH-Baukindergeld - schafft pro Kind 12 000 Euro Eigenkapital, zur Verfügung gestellt von der IB.SH. Es handelt sich formal um ein zinsloses Eigenkapitalersatz-Darlehen. Dabei wird das zehn Jahre von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gezahlte Baukindergeld von 1200 Euro im Jahr auf einen Schlag von der IB.SH vorfinanziert. Die Gesamtsumme von 12 000 Euro wird dann über zehn Jahre mit dem KfW-Baukindergeld getilgt.

Außerdem wird für Familien mit geringem Einkommen das sogenannte IB.SH-Baukindergeld Plus angeboten: Für ein Prozent Zinssatz jährlich auf 25 Jahre gibt es ein Immobiliendarlehen von 50 000 Euro pro Kind. Der Darlehensnehmer muss dafür das KfW Baukindergeld als zusätzliche jährliche Tilgung zahlen. Nach Ablauf der 25 Jahre kann eine Härtefallprüfung erfolgen. Wenn die Eltern dann nicht in der Lage sind, marktübliche Zinsen zu zahlen, bleibt es beim Zinssatz von einem Prozent jährlich.

"Einkommensschwachen Familien und Alleinerziehenden fehlt häufig das nötige Eigenkapital, um sich den Traum vom Eigenheim zu erfüllen", erklärte der fürs Wohnen zuständige Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU). Er freue sich, dass Schleswig-Holstein als drittes Land nach Sachsen und Bayern eine Kapitalisierung des Baukindergelds anbiete.