Inklusion in der Arbeitswelt auf Platz eins bei "Vergessenen Nachrichten 2018"

Die Medien in Deutschland berichten nach Einschätzung der Initiative Nachrichtenaufklärung (INA) zu wenig über die Inklusion von Menschen mit Behinderung in der Arbeitswelt. Das Thema steht an der Spitze der sogenannten "Vergessenen Nachrichten 2018", welche die Nichtregierungsorganisation INA am Montag gemeinsam mit der Deutschlandfunk-Nachrichtenredaktion in Köln vorstellte.

Auf Platz zwei der Top-Ten-Liste steht die Überwindung der Finanzkrise in Portugal bei gleichzeitiger Abkehr der dortigen Regierung von der Sparpolitik. Auf Platz drei setzte die Jury aus Wissenschaftlern und Journalisten die humanitäre Katastrophe durch den Monsun in Südasien im vergangenen Jahr, der vom Hurrikan "Harvey" in den USA medial überschattet worden sei.

Weitere Themen auf der Liste sind die Arbeitsbedingungen auf Containerschiffen und der massive Anstieg der Kosten von Impfungen in Entwicklungsländern bei gleichzeitigem Gewinnwachstum in der Pharmaindustrie. Zu den "Vergessenen Nachrichten" zählen darüber hinaus die aus Sicht der INA fehlenden politischen Antworten auf gesundheitliche Gefahren von Schichtarbeit sowie die Zwangssterilisierung von Frauen der Roma in Tschechien und der ehemaligen Tschechoslowakei.

Die INA hat sich zum Ziel gesetzt, die nach ihrer Einschätzung von Medien vernachlässigten Themen und Geschichten in die Öffentlichkeit zu bringen. Dazu kann jedermann Themenvorschläge einreichen. Diese Vorschläge werden dann von studentischen Rechercheteams an verschiedenen Hochschulen im ganzen Bundesgebiet überprüft, bevor die Jury die Top Ten der "Vergessenen Nachrichten" kürt. Vorbild für die INA ist die US-Partnerorganisation Project Censored.