Initiative Tierwohl führt nächste Woche Siegel für Geflügelprodukte ein

Am kommenden Dienstag führt die Brancheninitiative Tierwohl ein Siegel für Geflügelprodukte ein

Am kommenden Dienstag führt die Brancheninitiative Tierwohl ein Siegel für Geflügelprodukte ein. Lebensmittelhändler können damit unverarbeitetes Fleisch aus den 2200 teilnehmenden Betrieben mit jährlich rund 545 Millionen Hähnchen und Puten kennzeichnen, wie die Initiative am Donnerstag erklärte. Demnach setzen diese Betriebe über die gesetzlichen Standards hinaus Maßnahmen für eine tiergerechtere Haltung um.

Zunächst werde nur unverarbeitetes Fleisch gekennzeichnet - Wurst oder marinierte Produkte könnten noch nicht mit dem Siegel versehen werden. Das soll sich allerdings im Herbst ändern: "Ab Oktober 2018 kann auch frisches, bearbeitetes ? also zum Beispiel gewürztes, mariniertes oder paniertes ? Geflügelfleisch durch das Siegel gekennzeichnet werden", teilte die Initiative mit.

Tierschützer kritisierten das Geflügel-Label bereits im Vorfeld heftig. Sie halten die vorgeschriebenen Standards für die Tierbetriebe für viel zu niedrig.

Bei der Initiative handelt es sich um eine freiwillige Vereinbarung der Fleischindustrie, den größten Einzelhändlern und dem Bauernverband. Die Händler haben sich verpflichtet, für jedes verkaufte Kilo Fleisch einige Cent in einen Fonds einzuzahlen. Mit dem Geld werden seit 2015 Landwirte gefördert, die ihre Ställe umwelt- und tierfreundlicher ausbauen als gesetzlich vorgeschrieben.