Volksgarten-Initiative: Kölner kämpft gegen den Müll im Lieblingspark

Matthias Reusch will eine Patenschaft für den Volkspark übernehmen.

Matthias Reusch ist so oft im Volksgarten unterwegs, dass er besondere Namen für seine Lieblingsorte in dem Park benutzt. Eine halbrunde aufgemauerte Terrasse am Weiher nennt er Bastion, den Hügel an der Westseite mit Aussicht auf die Fontäne bezeichnet er als Bellevue. Reusch joggt im Park, trifft Bekannte und hält ab und an ein Schwätzchen. Und ihm fällt auf, wie andere mit dem Park umgehen.

"Ich will kein Querulant sein", sagt Reusch, der in einer der angrenzenden Straßen wohnt. Aber ab und zu findet er doch, dass der Park besser in Schuss gehalten werden könnte. Er ist nicht der einzige, der die Sicht von seiner Bellevue oder den Wasserblick an seiner Bastion schätzt.

Essensreste und Scherben

Oft findet er neben den Bänken Müll, Essensreste, Scherben. Manchmal nimmt er einen Müllsack, zieht sich Handschuhe an und macht selber sauber. Als eine Plakette mit Farbe verschmiert worden war, hat er sie mit Lösungsmittel gereinigt. Manchem Sprüher gesteht er einen "gewissen Schwung" in seinen Reviermarkierungen zu. Generell könnte Reusch auf derartige Verzierungen aber gut verzichten.

Ab und zu spricht er mit den Mitarbeitern der AWB über den Zustand des Parks. Er ist nicht ganz sicher, welche Hilfe von Bürgern wie ihm bei der Stadt erwünscht und hilfreich ist. "Ich würde mich bereiterklären, so etwas wie eine Patenschaft zu übernehmen", sagt er.

Mehr Verschmutzung durch mehr Besucher

Immer mehr Menschen besuchen den Park immer öfter, teilt Sabine Wotzlaw vom Presseamt der Stadt mit. Entsprechend habe auch die Verschmutzung zugenommen. Während im Winter ein 14-tägiger Reinigungsrhythmus ausreichend sei, waren die Kolonnen der AWB im vergangenen Monat viermal wöchentlich im Volksgarten. Auch sonntags, nach schönen Samstagabenden, rücken die Männer zur "Picknick-Reinigung" an. Die AWB kümmert sich demnach um die Mülleimer, die Spielplätze, die Grünflächen und die Wege.

Außerdem sorgt sie für ausreichend Tüten für Hundekot in den Beutelspendern. Als Beispiel für mögliches Engagement von Bürgern nennt die Sprecherin der Stadtverwaltung den Klettenbergpark. Dort haben Bürger eine Patenschaft für den Rosengarten übernommen und für den "Tag des Guten Lebens" eine Aufräumaktion organisiert.

"Auch im Volksgarten", schreibt sie in einer Antwort auf die Anfrage vom „Kölner Stadt-Anzeiger“, "bieten sich zahlreiche Grünflächen oder der Spielplatz für eine Patenschaft an." Weitere Informationen finden sich auf der Internetseite der Stadt - unter dem Suchwort "Patenschaften". 

Nicht überall zum Besten im Westen

Auch im Westen gibt es einiges zu tun, um Parks sauber zu halten. Und nicht immer gibt es fleißige Naturfreunde, wie auch im Klettenberger Rosengarten. Der Beethovenpark am westlichen Rand von Sülz ist im Sommer ein Paradies für grillbegeisterte Kölner.

Das hat sichtbare Folgen: Mülleimer quellen über, Abfälle liegen daneben und mancher Besucher lässt Plastikverpackungen und leere Flaschen einfach im Park und in den Büschen zurück. Auch den fleißigen Schützlingen einiger Sülzer Kitas ist es zu verdanken, dass der Müll wieder verschwindet. Regelmäßig veranstalten Kitagruppen Säuberungsaktionen im Park. Im Bezirk Ehrenfeld gibt es regelmäßiges Reinemachen in Bocklemünd von der dortigen Bürgervereinigung.

Die vergleichsweise spärlich anzutreffenden Grillfreunde im Takufeld in Neuehrenfeld hinterlassen mehrheitlich keinen Müll. Nicht immer zum Besten ist es mit der Sauberkeit im Ehrenfelder Leo-Amann-Park bestellt. (se/Rös)...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta