Inhaftierter CIA-Helfer tritt in Pakistan in den Hungerstreik

Shakeel Afridi im Jahr 2010

Der inhaftierte pakistanische Arzt, der dem US-Geheimdienst CIA beim Aufspüren von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden half, ist in einen Hungerstreik getreten. Shakeel Afridi protestiere gegen die "Ungerechtigkeit und unmenschliche Einstellung" ihm und seiner Familie gegenüber, sagte sein Bruder Jamil Afridi der Nachrichtenagentur AFP am Montag. Sein Anwalt Qamar Nadeem bestätigte die Aktion.

Shakeel Afridi sitzt seit Jahren in Pakistan im Gefängnis. Er hatte der CIA 2011 bei der Suche nach dem Chef des Terrornetzwerks Al-Kaida, Osama Bin Laden, geholfen. Der Arzt täuschte im pakistanischen Abbottabad eine Impfkampagne vor, um Bin Laden über DNA-Material auf die Spur zu kommen. Ein US-Spezialkommando tötete den Al-Kaida-Chef im Mai 2011. In Pakistan wurde dies als Missachtung der pakistanischen Souveränität empfunden.

Afridi, der die Vorwürfe stets bestritt, wurde 2012 wegen Verbindungen zu militanten Gruppierungen zu einer 33-jährigen Haftstrafe verurteilt. Später wurde seine Haftstrafe um zehn Jahre verkürzt. Einige US-Abgeordnete sehen in dem Urteil einen Vergeltungsakt für Afridis Hilfe beim Aufspüren Bin Ladens.

Afridi wurde jahrelang der Kontakt zu seinem Anwalt verwehrt. Sein Berufungsprozess geriet zudem immer wieder ins Stocken, da Gerichtstermine wiederholt verschoben wurden. Auch Afridis Familie wurde nach eigenen Angaben jahrelang von den Behörden behelligt.

US-Präsident Donald Trump hatte während des Wahlkampfs in den USA erklärt, er werde Afridis Freilassung anordnen. Trumps Äußerungen riefen in Pakistan damals heftige Kritik hervor. Der damalige Innenminister bezeichnete Trump als "ignorant" und betonte, die pakistanische Regierung entscheide über Afridis Schicksal, nicht Trump. Seit seinem Amtsantritt schwieg sich der US-Präsident über die Angelegenheit weitgehend aus.