ING Deutschland will 700.000 Kunden Negativzins berechnen

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(Bloomberg) -- Die ING Deutschland führt ein Verwahrentgelt von 0,5% für Guthaben über 50.000 Euro ein. Das gilt für Neu- wie Bestandskunden.

Ab Juli will die Bank schrittweise Kunden anschreiben, die über 50.000 Euro auf ihrem Giro- oder Extra-Konto haben und diese bitten, der Einführung des Verwahrentgelts zuzustimmen, teilte das Unternehmen am Montag mit.

Eigenen Angaben zufolge liegen rund 8% der 9 Millionen Kunden mit ihren Guthaben aktuell oberhalb des Freibetrags von 50.000 Euro. Das bedeutet, etwa 700.000 Kunden dürften von der Entscheidung betroffen sein.

“Bisher haben wir die Kosten, die durch sinkende Zinsmargen und den negativen Einlagenzins der EZB entstehen, durch unser bestehendes Produktportfolio weitgehend ausgleichen können”, sagte Nick Jue, Vorstandsvorsitzender der ING in Deutschland. Da die Einlagen jedoch weiter steigen würden, habe sich die Bank nun zu dem Schritt entschieden.

Laut Bankenverband, der die Interessen von Instituten wie Deutsche Bank AG und Commerzbank AG vertritt, hatten deutschen Banken zuletzt insgesamt 4 Milliarden Euro an Negativzinsen an die Europäische Zentralbank zahlen müssen, hochgerechnet auf ein Jahr und nach Abzug von Freibeträgen.

Vor der ING Deutschland hatten bereits viele andere Banken einen Negativzins eingeführt, teils beschränkt auf Neukunden oder bestimmte Kundengruppen. In einigen Fällen gibt es inzwischen keinerlei Freibetrag mehr. Die Internetportale Verivox.de und Biallo.de haben ausführliche Liste zu Banken und ihren Negativzins-Regelungen zusammengestellt.

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©2021 Bloomberg L.P.

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