Negativzinsen in Deutschland auf dem Rückzug - ING folgt OLB

(Bloomberg) -- Die ING Deutschland erhöht zum 1. Juli die Negativzins-Freibeträge für Guthaben auf Giro- und Tagesgeldkonten von derzeit 50.000 Euro auf 500.000 Euro pro Konto. Es ist mindestens die zweite größere Bank in Deutschland, die sich zu einem solchen Schritt entschieden hat.

„Mit der Erhöhung des Freibetrags für Guthaben auf dem Giro- und Extra-Konto entfällt das Verwahrentgelt für 99,9 Prozent unserer Kundinnen und Kunden“, sagt Nick Jue, Vorstandsvorsitzender der ING in Deutschland.

Ende April hatte bereits die Oldenburgische Landesbank AG (OLB) angekündigt, die Freigrenzen für private Kunden deutlich anzuheben. Beim Girokontomodell M beispielsweise kletterte die Grenze von 500.000 Euro auf 1 Million Euro, beim Modell XL von 500.000 Euro auf 5 Millionen Euro.

Nachdem immer mehr deutsche Banken in den letzten Jahren Negativzinsen auf private Kunden-Einlagen erhoben und zugleich die Freigrenzen gesenkt hatten, setzt mit der Aussicht auf steigende Zentralbank-Zinsen offenbar jetzt eine Trendumkehr ein.

Auch die Sparkassen haben ein Ende der Verwahrentgelte in Aussicht gestellt. Diese würden, soweit sie überhaupt Verwahrentgelte erheben, zu den ersten Instituten gehören, die sie wieder abschaffen, sobald der EZB-Einlagensatz positives Terrain erreicht, wie Ludger Weskamp, Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbands, gegenüber Bloomberg erklärte.

Die zur BayernLB gehörende DKB, nach ING die zweitgrößte Direktbank in Deutschland, erklärte auf Nachfrage von Bloomberg News, aktuell gebe es keine Pläne zur Anpassung der Freigrenzen.

(Neu: DKB im letzten Absatz)

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