Infos WEC 8h Bahrain 2020: Livestream, TV-Zeiten, Zeitplan, Starterliste

Heiko Stritzke
·Lesedauer: 11 Min.

Eine Ära geht zu Ende: Mit den 8 Stunden von Bahrain endet die WEC-Saison 2019/20 nach mehr als 14 Monaten. Letztlich dauert sie sogar einen Monat länger als die Saison 2018/19, die offiziell als "Supersaison" deklariert gewesen ist.

Damit endet auch die Ära der superschnellen, superkomplexen, 1.000 PS starken LMP1-Boliden. Und so stark darf der Toyota TS050 Hybrid auch noch einmal sein, denn für das Finale wird zumindest ein Toyota ohne Restriktionen fahren.

Das 8-Stunden-Rennen ist als Ersatz für die 1.000 Meilen von Sebring in den Kalender gerutscht. Die Saison 2019/20, die eigentlich in Le Mans hätte zu Ende gehen sollen, wurde COVID-19-bedingt in den November verlängert. Das Experiment Winterkalender wird damit ebenfalls beendet. Bahrain ist damit doch wieder Saisonfinale der Langstrecken-Weltmeisterschaft.

Auf ein krachendes Finale wird man sich zumindest in der LMP1 nicht einstellen brauchen. Da mittlerweile alle Privatteams das Handtuch geworfen haben, fährt Toyota gegen sich selbst. Ein unwürdiger Abschied für eine Fahrzeugkategorie, die einst der Formel 1 Konkurrenz machte.

Dafür geht es noch um den WM-Titel zwischen den beiden Toyota-Paarungen. Auch in der GTE Pro und GTE Am stehen die Meisterschaften noch aus. Es gibt 1,5-fache Punkte.

Zeitplan WEC Bahrain 2020 (Alle Zeiten MEZ)

Das Rennen startet eine Stunde früher als vergangenes Jahr, als die Sonne beim Start schon fast untergegangen war. Damit wird es etwas mehr Tageslicht geben, zumal das Rennen auch wieder vom Dezember- auf einen November-Slot gerutscht ist und der Sonnenuntergang leicht später liegt. In den Nachtstunden gibt es Flutlicht, das mit halber Kapazität betrieben wird.

Die Trainingszeiten haben sich gegenüber 2019 ebenfalls verschoben, das Wochenende ist insgesamt kompakter. Dazu gehört auch, dass es diesmal keinen Rookietest geben wird. Wegen des am Freitag beginnenden islamischen Wochenendes findet das Rennen samstags statt. Für die Ortszeit müssen zwei Stunden hinzuaddiert werden.

Ursprünglich hätte das Rennen eine Woche später ausgetragen werden sollen. Da jedoch die Formel 1 mehr Zeit zu Aufbauen braucht, musste die WEC sieben Tage nach vorn rutschen. Das führte zu einer ärgerlichen Kollision mit den 12 Stunden von Sebring (IMSA) und 1.000 Kilometern von Le Castellet (GTWC Europe).

Donnerstag, 12. November

15:30 - 17:00 Uhr: 1. Freies Training

Freitag, 13. November

07:00 - 08:30 Uhr: 2. Freies Training
11:45 - 12:45 Uhr: 3. Freies Training
16:00 - 16:50 Uhr: Qualifying in zwei Abschnitten (GTE und LMP)

Samstag, 14. November

12:00 - 20:00 Uhr: Rennen

Im Rahmenprogramm fährt die BIC 2000cc Challenge - eine lokale Amateurrennserie mit selbstaufgebauten 2-Liter-Tourenwagen.

TV-Übertragung, Livestream und Live-Timing 8h Bahrain 2020

Im Free-TV gibt es diesmal keine Liveübertragung. Die einzige Möglichkeit, das Rennen gratis zu verfolgen, ist der kostenlose Sport1-Livestream mit deutschem Kommentar.

Daneben locken zahlreiche Bezahl-Angebote von Eurosport 2 (150 Minuten Startphase und 90 Minuten Schlussphase) und Sport1+ (komplettes Rennen) mit deutschem Kommentar über den Eurosport Player (Abschnitte, die nicht auf Eurosport 1 oder 2 laufen ohne Kommentar) bis zu den internationalen Streams auf fiawec.com und Motorsport.tv. Im internationalen Angebot gibt es darüber hinaus das Qualifying am Freitag zu sehen.

Ein Live-Timing steht auf der offiziellen Seite der FIA WEC zur Verfügung.

Freitag, 13. November

15:50 - 17:10 Uhr: Qualifying (WEC-Stream, Motorsport.tv)

Samstag, 14. November

11:30 - 20:30 Uhr: Rennen (Sport1 Livestream, Sport1+, Eurosport Player, Motorsport.tv, WEC-Stream)
11:45 - 14:30 Uhr: Startphase (Eurosport 2)
18:30 - 20:30 Uhr: Schlussphase (Eurosport 2)

Sonntag, 15. November

01:30 - 03:00 Uhr: Wiederholung (Eurosport 2)
05:00 - 07:00 Uhr: Wiederholung (Eurosport 2)
08:15 - 13:55 Uhr: Wiederholung (Sport1+)
14:00 - 15:00 Uhr: Zusammenfassung (Eurosport)
17:00 - 18:25 Uhr: Wiederholung (Eurosport 2)
22:30 - 24:00 Uhr: Wiederholung (Eurosport)
23:00 - 24:00 Uhr: Zusammenfassung (Sport1)

Montag, 16. November

09:45 - 15:20 Uhr: Wiederholung (Sport1+)

Etwaige weitere Wiederholungen über Montag, den 16. November hinaus entnehmen Sie bitte Ihrer Programmzeitschrift.

Starterliste 8 Stunden von Bahrain 2020

Die WEC muss beim Finale mit dem kleinsten Feld ihrer Geschichte leben. 24 Fahrzeuge sind für das Rennen gemeldet. Der Grund dafür ist vor allem, dass das Rennen zusätzlich in den Kalender gerutscht ist. Als Sebring abgesagt wurde, waren die Teams nämlich schon vor Ort und hatten sämtliche Kosten bereits zu tragen. Bahrain ist damit ein zusätzlicher Kostenpunkt.

Andererseits hätte das Rennen bereits Teil der Saison 2020/21 sein sollen, die es nun nicht gibt. Für manche Teams gibt es aber nichts mehr zu gewinnen. So fehlen neben den beiden Ginettas, die zuletzt im Dezember 2019 an selbiger Stelle ihren letzten WEC-Auftritt hatten, auch Rebellion Racing, High Class Racing, Cool Racing und MR Racing. Es gibt keine Gaststarter.

Wegen der Terminkollisionen wurden einige Cockpits in den GT-Klassen neu besetzt.

Klasse LMP1 (Le Mans Prototype 1) - 2 Starter

#

Team

Fahrzeug

Fahrer

7

Toyota Racing

Toyota TS050 Hybrid

Mike Conway

Kamui Kobayashi

Jose Maria Lopez

8

Toyota Racing

Toyota TS050 Hybrid

Sebastien Buemi
Kazuki Nakajima

Brendon Hartley

Klasse LMP2 (Le Mans Prototype 2) - 6 Starter

#

Team

Fahrzeug

Fahrer

29

Racing Team Nederland

Oreca 07-Gibson

Giedo van der Garde

Nyck de Vries

Frits van Eerd

36

Signatech Alpine Elf

Alpine A470-Gibson

Pierre Ragues

Andre Negrao

Thomas Laurent

37

Jackie Chan DC Racing

Oreca 07-Gibson

Ho-Pin Tung

Gabriel Aubry

Will Stevens

38

JOTA

Oreca 07-Gibson

Roberto Gonzalez

Antonio Felix da Costa

Anthony Davidson

47

Cetilar Racing

Dallara P217-Gibson

Roberto Lacorte

Giorgio Sernagiotto

Andrea Belicchi

Klasse LMGTE Pro (Le Mans Grand Touring Professional) - 6 Starter

#

Team

Fahrzeug

Fahrer

71

AF Corse

Ferrari 488 GTE

Davide Rigon

Miguel Molina

91

Germany
Germany

Porsche GT Team

Porsche 911 RSR-19

Gianmaria Bruni

Richard Lietz

92

Germany
Germany

Porsche GT Team

Porsche 911 RSR-19

Michael Christensen

Kevin Estre

95

Aston Martin Racing

Aston Martin Vantage

Nicki Thiim

Marco Sorensen

97

Aston Martin Racing

Aston Martin Vantage

Alex Lynn

Maxime Martin

Klasse LMGTE Am (Le Mans Grand Touring Amateur) - 10 Starter

#

Team

Fahrzeug

Fahrer

56

Germany
Germany

Team Project 1

Porsche 911 RSR

Larry ten Voorde

Egidio Perfetti

Germany
Germany

Jörg Bergmeister

57

Germany
Germany

Team Project 1

Porsche 911 RSR

Ben Keating

Jeroen Bleekemolen

Luxembourg
Luxembourg

Dylan Pereira

62

Red River Sport

Ferrari 488 GTE

Bonamy Grimes

Kei Cozzolino

Colin Noble

77

Germany
Germany

Dempsey-Proton Racing

Porsche 911 RSR

Germany
Germany

Christian Ried

Riccardo Pera

Dennis Olsen

83

AF Corse

Ferrari 488 GTE

Francois Perrodo

Emmanuel Collard

Nicklas Nielsen

86

Gulf Racing

Porsche 911 RSR

Michael Wainwright

Ben Barker

Alessio Picariello

88

Germany
Germany

Dempsey-Proton Racing

Porsche 911 RSR

United Arab Emirates
United Arab Emirates

Khaled Al Qubaisi

Jaxon Evans

Germany
Germany

Marco Holzer

90

TF Sport

Aston Martin Vantage

Salih Yoluc

Charlie Eastwood

Jonathan Adam

98

Aston Martin Racing

Aston Martin Vantage

Paul Dalla Lana

Richard Westbrook

Ross Gunn

Erfolgsballast LMP1

Toyota #7 (Conway/Kobayashi/Lopez): kein Ballast
Toyota #8 (Buemi/Nakajima/Hartley): 0,54 Sekunden pro Runde

Außerdem werden die Toyota TS050 Hybrid wieder mit ihrem Basisgewicht von 878 statt 932 Kilogramm. Es könnte noch einmal einen neuen Streckenrekord geben.

Balance of Performance (BoP) GTE Pro

Gegenüber den 6 Stunden von Spa gibt es keine Änderungen. Bei den 24 Stunden von Le Mans wurde mit einer eigenen BoP für den Circuit de la Sarthe gefahren.

Fahrzeug

Mindestgewicht

Restriktor

Ladedruck

Tank

Aston Martin Vantage AMR

1.257 kg

-

1,37-1,54 bar

97 l

Ferrari 488 GTE Evo

1.280 kg

-

1,42-1,73 bar

91 l

Porsche 911 RSR - 19

1.277 kg

2x 30,6 mm

-

102 l

Balance of Performance (BoP) GTE Am

Gegenüber den 6 Stunden von Spa gibt es keine Änderungen. Bei den 24 Stunden von Le Mans wurde mit einer eigenen BoP für den Circuit de la Sarthe gefahren.

Fahrzeug

Mindestgewicht

Restriktor

Ladedruck

Tank

Aston Martin Vantage AMR

1.267 kg

-

1,34-1,51 bar

94 l

Ferrari 488 GTE Evo

1.290 kg

-

1,38-1,69 bar

89 l

Porsche 911 RSR

1.249 kg

2x 30,2 mm

-

98 l

Erfolgsballast GTE Am

#

Team

Fahrzeug

Einbremsung

54

Italy
Italy

AF Corse

Ferrari 488 GTE Evo

-20 kg

56

Germany
Germany

Team Project 1

Porsche 911 RSR

-20 kg

57

Germany
Germany

Team Project 1

Porsche 911 RSR

-20 kg

62

United Kingdom
United Kingdom

Red River Sport

Ferrari 488 GTE Evo

-20 kg

77

Germany
Germany

Dempsey-Proton Racing

Porsche 911 RSR

+5 kg

83

Italy
Italy

AF Corse

Ferrari 488 GTE Evo

+10 kg

86

United Kingdom
United Kingdom

Gulf Racing

Porsche 911 RSR

-20 kg

88

Germany
Germany

Dempsey-Proton Racing

Porsche 911 RSR

-20 kg

90

United Kingdom
United Kingdom

TF Sport

Aston Martin Vantage AMR

+15 kg

98

United Kingdom
United Kingdom

Aston Martin Racing

Aston Martin Vantage AMR

-20 kg

Wettervorhersage

Das Wetter sollte beim Saisonabschluss der WEC keine entscheidende Rolle spielen. Zwar besteht laut einigen Wettermodellen am Samstagmorgen ein leichtes Regenrisiko, zum Rennstart um 14:00 Uhr Ortszeit sollte aber die Sonne scheinen. Dazu wird es maximal 27 Grad Celsius warm, auch nach Einbruch der Dunkelheit sinken die Temperaturen kaum unter 25 Grad. Ähnlich sieht die Vorhersage für den Donnerstag und Freitag aus.

Fakten zum Rennen

- Die Bahrain-Runde der WEC wurde bis 2017 als 6-Stunden-Rennen ausgetragen. Der Distanzrekord für diese Länge wurde 2016 vom Audi R18 mit den Fahrern Oliver Jarvis, Lucas di Grassi und Loic Duval mit 201 Umläufen aufgestellt (Distanzrekord 8h: s.u.)

- Die drei großen Werke, die die LMP1 in der WEC seit 2012 bestimmt haben, haben in Bahrain mindestens einmal gewinnen können (s.u.)

- Oreca hat sechs von sieben Rennen auf dem Bahrain International Circuit in der LMP2 gewonnen: 2012 mit Pecom Racing, 2013 und 2016 mit G-Drive Racing, 2014 mit KCMG, 2017 mit Rebellion Racing und 2019 mit United Autosports

- Der einzige Nicht-Oreca-Sieg in der LMP2 ging 2015 an Ligier mit G-Drive Racing

- Ferrari hat in der GTE Pro 2012 (Vilander/Fisichella), 2013 (Bruni/Vilander), 2014 (Bruni/Vilander) und 2017 (Bird/Rigon) gewonnen, Aston Martin war in den Jahren 2016 und 2019 (jeweils mit Thiim/Sörensen) erfolgreich, Porsche bisher nur einmal im Jahr 2015 (Pilet/Makowiecki)

- In der GTE Am haben bislang nur Aston Martin (2013, 2014, 2015 und 2017) und Porsche (2012, 2016, 2019) gewonnen

- Mike Conway, Nicki Thiim und Marco Sörensen haben in Bahrain bereits in zwei verschiedenen Klassen gewinnen können: Conway 2013 in der LMP2 mit G-Drive Racing sowie 2014 und 2019 in der LMP1 mit Toyota, Thiim 2013 und 2014 in der GTE Am sowie 2016 und 2019 in der GTE Pro, jeweils mit Aston Martin Racing, und Bird 2015 mit G-Drive Racing in der LMP2 sowie 2017 in der GTE Pro mit AF Corse

- 495 Lichtmasten von zehn bis 45 Metern Höhe, 5.000 einzelne Scheinwerfer und mehr als 500 Kilometer Kabel wurden auf dem Bahrain International Circuit für das Flutlicht errichtet

- Das arabische Wort "Bahrayn" bedeutet "zwei Meere"

- Die Nationalflagge auf dem Turm des Bahrain International Circuits war bei der Einweihung 2004 mit 169,5 x 97,1 Metern die größte Flagge der Welt

Daten zum Bahrain International Circuit

Streckenlänge: 5,412 Kilometer
Kurven: 14-15 (je nach Zählweise)
Eröffnung: 2004
WEC in Bahrain seit: 2012 (kein Rennen 2018 wegen der "Supersaison")
Streckenrekord LMP1: Lucas di Grassi (Audi R18, 2016, 1:38.828 Minuten)
Distanzrekord: 257 Runden, 1.390,88 Kilometer (2019; Sieger s.u.)
Adresse: Gate 255, Gulf of Bahrain Avenue, Umm Jidar 1062, Sakhir, Kingdom of Bahrain

Alle Sieger seit 2012

2012: Fässler/Lotterer/Treluyer (Audi R18 e-tron quattro)
2013: Davidson/Sarrazin/Buemi (Toyota TS030 Hybrid)
2014: Wurz/Sarrazin/Conway (Toyota TS040 Hybrid)
2015: Dumas/Jani/Lieb (Porsche 919 Hybrid)
2016: di Grassi/Duval/Jarvis (Audi R18)
2017: Davidson/Buemi/Nakajima (Toyota TS050 Hybrid)
2019: Conway/Kobayashi/Lopez (Toyota TS050 Hybrid)

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.