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Inflationszahl mit Überraschungspotenzial: Der Tag mit Bloomberg

(Bloomberg) -- Wenn Eurostat heute die neuen Zahlen zur Inflation im Februar veröffentlicht, wird es für die Europäische Zentralbank womöglich eine Überraschung mit Ansage geben. Nachdem Frankreich und Spanien am Dienstag schon mit unerwartet starken Daten aufwarteten, legte Deutschland gestern nach. Statt der von Analysten vorhergesagten Abschwächung gab es eine Beschleunigung auf 9,3%. Schuld daran waren Nahrung und Dienstleistungen.

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Dies dürfte die Sichtweise von Falken im EZB-Rat wie Joachim Nagel bestätigen. Der Bundesbankpräsident bekräftigte am Mittwoch bei der Vorstellung des Jahresberichts, dass auch nach der für März anvisierten Zinsanhebung “weitere deutliche” Schritte notwendig sein könnten. Sein französischer Kollege Francois Villeroy de Galhau — eher in der Mitte des Spektrums im Rat anzusiedeln — sagte, die EZB müsse angesichts der jüngsten Entwicklungen “wachsam” bleiben.

Fallende Energiepreise dürften den Aufwärtsdruck zwar etwas dämpfen, aber die EZB schaut immer stärker auf die Kernrate, die solche volatilen Posten ausblendet. Von Bloomberg befragte Ökonomen erwarten, dass diese für den Euroraum letzten Monat auf einem Rekord von 5,3% verharrte. Überraschungen können indes nicht ausgeschlossen werden.

AKTUELLE MELDUNGEN:

  • Angesichts des überraschenden Widerstands in letzter Sekunde aus Berlin und Rom versucht die EU ihr geplantes Verbrenner-Aus für das Jahr 2035 zu retten, über das am nächsten Dienstag abgestimmt werden soll.

  • Die Übernahme der Aareal Bank durch die Finanzinvestoren Advent und Centerbridge soll mit den Abschluss des Inhaberkontrollverfahrens im Frühjahr in greifbare Nähe rücken.

  • Die Quartalszahlen von Evonik sind laut Jefferies enttäuschend.

  • Die BayernLB-Tochter DKB hebt zum 1. April den Zinssatz auf Tagesgeld von aktuell 0,4% auf künftig 1% pro Jahr an.

  • Die EU will die Versorgung der Ukraine mit dringend benötigter Munition mit einem dreigleisigen Plan sicherstellen, der unter anderem den Ausbau der europäischen Produktion vorsieht.

  • In Berlin beginnen die Koaltionsverhandungen der Sozialdemokraten mit der CDU, die zum Machtverlust für die bisherigen SPD-Partner Grüne und Linke führen könnten.

  • Beim Bietergefecht um die Berliner Vattenfall-Fernwärmetochter steht eine ganze Reihe von Finanzinvestoren dem Berliner Senat gegenüber.

  • Nestlé hat mit dem Verkauf seines Erdnussallergie-Mittels begonnen.

ANALYSEN:

  • Eine ‘umgekehrte Lohn-Preis-Spirale’ könnte bewirken, dass die US-Wirtschaft doch noch die weiche Landung schafft.

AKTIENMÄRKTE | Unter dem Druck nachgebender Technologiewerte gibt die Börse Hongkong am Donnerstag nach, während die Märkte in Tokio und auf dem chinesischen Festland ihre Vortagesniveaus knapp behaupten. An der Wall Street weitete der S&P 500 die leichten Einbußen vom Dienstag aus und schloss auf dem niedrigsten Stand seit fast sechs Wochen. Nachbörslich legte die Salesforce-Aktie zu, da der SAP-Konkurrenten Fortschritte bei der Steigerung der Rentabilität macht. Für Europa signalisieren die Futures eine Börseneröffnung nahe den Schlussniveaus vom Mittwoch.

RENTENMÄRKTE | Lag die Bund-Rendite Anfang Februar kurzzeitig nur noch knapp über 2%, scheint sie sich nun der drei vor dem Komma zu nähern. Am Mittwoch legte sie den vierten Handelstag in Folge zu auf 2,71%. Während die Bärenstimmung den Markt prägt, haben die Bund-Futures begonnen, in den Juni-Kontrakt zu rollen. Das könnte bedeuten, dass die jüngste Verengung des Spreads zu den März-Futures zum Stillstand kommt, da die Händler nun ihre Short-Positionen im Juni-Kontrakt aufstocken. Heute zapfen Spanien und Frankreich den Primärmarkt mit Anleihen in jeweils vier Tranchen an.

ROHSTOFFMÄRKTE | Der Ölmarkt konsolidiert die Preisaufschläge der vergangenen beiden Handelstage. Chevron-Chef Mike Wirth rechnet angesichts der steigenden Nachfrage aus China mit weiterem Auftrieb für die Notierungen. Gold tendiert minimal leichter, nachdem der Preis drei Tage in Folge gestiegen war.

TERMINE AM DONNERSTAG

  • Quartalszahlen Europa: Anheuser-Busch, Covestro, Evonik, Kion, Merck, Aareal, Befesa, Sixt, GFT Technologies, Hapag-Lloyd, CRH, Flutter, Villeroy & Boch, Fortum, Haleon

  • 09:00 Bundestagsplenum mit Regierungserklärung von Bundeskanzler Scholz zu “Ein Jahr Zeitenwende” Berlin

  • 11:00 Verbraucherpreise Eurozone

  • 13:00 Deutsche Bank Nachhaltigkeitstag

  • 13:30 EZB-Direktorin Schnabel, Rede bei Geldmarktkontaktgruppe der EZB

  • 13:30 Protokoll der geldpolitischen EZB-Ratssitzung vom 2. Februar

  • Konjunkturdaten USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe, Produktivität ex Agrar

  • Lufthansa, Aufsichtsrat-Sitzung

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