Infineon zwischen Dollarschwäche und Handelskrieg

Benedikt Kaufmann
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Infineon zwischen Dollarschwäche und Handelskrieg

Es ziehen dunkle Wolken auf für Infineon. Der US-Absatzmarkt schwächelt aufgrund des schwachen Dollars und der chinesische Absatzmarkt droht in einem Handelskrieg ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen zu werden.

Währungseffekte und Handelskrieg

In seiner Rede auf der Hauptversammlung am 22. Februar hat Vorstandschef Reinhard Ploss den Aktionären ein überdurchschnittliches Wachstum für das laufende Geschäftsjahr in Aussicht gestellt und die Prognose bestätigt. Begeistern konnte Ploss die Anleger mit der Bestätigung dieser Prognose jedoch nicht. Denn erst im Januar schraubte die Unternehmensführung ihre Erwartungen von neun Prozent Umsatzwachstum auf fünf Prozent hinunter. Hauptgrund: Der starke Euro schwächt durch negative Währungseffekte insbesondere das Exportgeschäft in den USA.

Im Zuge des eskalierenden Handelskriegs mit China droht nun ein zweiter wichtiger Absatzmarkt Infineons in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Denn China ist nicht nur der größte Markt für die Automobilproduktion sondern auch der größte Halbleitermarkt. Zeitgleich stellt Asien den umsatzstärksten Absatzmarkt für Infineon dar. Die Liste der Güter, die für zusätzliche US-Zölle in Frage kommen, umfasst dabei insbesondere Produkte der Automobil-, der Halbleiter- und der Elektroindustrie.

 

Operativ bleibt Infineon jedoch stark aufgestellt. Die Nachfrage nach Transistoren oder Controllern im Bereich Power-Management für die Industrie ist ungebrochen stark, was der Umsatzanstieg von 13 Prozent im Jahr 2017 gegenüber dem Vorjahr deutlich zeigt. Ebenso stark entwickelte sich das Segment Automotive. Die Margen haben sich gegenüber dem Vorjahr ebenfalls verbessert – ein Trend der auch 2018 anhalten dürfte.

Abwarten!

Operativ stark – doch durch Währungseffekte und Politik geschwächt. Zudem fehlen aktuell positive Impulse. Eine positive Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal 2018 könnte der Infineon-Aktie neuen Schwung geben.

Auch charttechnisch lieferte das Durchbrechen der 200-Tage-Linie eher negative Signale. Noch hält sich der Kurs über der Unterstützung im Bereich 21,00 Euro. Für Anleger heißt das: Abwarten und Stoppkurs bei 19,40 Euro beachten.

Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR.