Deutschland macht einen großen Fehler bei E-Autos, sagt der Infineon-Chef (623100)

Christoph Damm
Reinhard Ploss infineon DE 140716

Die Elektro-Autos bleiben in der Nische. Das von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ausgegebene Ziel von einer Million E-Autos auf deutschen Straßen bis 2020 hat sie selbst bereits kassiert — kein Wunder, waren doch zu Beginn des Jahres nur rund 34.000 solcher Wagen zugelassen.

Damit greift also auch die Kauf-Prämie in Höhe von 4.000 Euro für ein reines Elektro-Auto, beziehungsweise 3.000 Euro für einen Hybriden nicht. Laut aktueller Statistik des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gab es im August etwa 3.500 neue Anträge. Damit sind seit dem Start der Prämie im vergangenen Sommer etwa 100 Millionen Euro an Förderung geflossen — mehr als eine Milliarde Euro sind noch im Topf.

Fehlende Infrastruktur für Infineon-Chef Ploss das größte Problem

Warum die Nachfrage so schleppend ist, ist für Infineon-Chef Reinhard Ploss klar: „Es gibt nur wenige Gläubige, die bereit sind, für die Elektromobilität Unbequemlichkeiten auf sich zu nehmen. Für die meisten Menschen ist Mobilität eine Frage der Bequemlichkeit“, sagt er der „Welt am Sonntag“ und spielt damit auf die fehlende Infrastruktur für Elektroautos an.

„In der Garage meiner Frau ist ein Anschluss, ihr nächstes Auto wird (...) voll elektrisch fahren. Für mich müssten wir 50 Meter Kabel zu meinem Parkplatz ziehen. Das geht gar nicht und zeigt das Grundproblem.“ Es gehe darum, die Voraussetzungen zu schaffen, damit die Elektromobilität auch im Massenmarkt ankommen kann. Darum forsche Infineon zusammen mit einem Münchener Startup beispielsweise an einer Straßenlaterne, an der sich Strom nachtanken lassen soll.

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